Vom Trainingslager zur Weltmeisterschaft: Schweizer Segelflugjunioren in Aalen

 

Vom 2. bis 11. April 2026 fand auf dem Flugplatz Aalen-Elchingen das traditionelle Trainingslager der Schweizer Segelflugjunioren statt. Bereits im vergangenen Jahr diente Aalen als Trainingsstandort, nicht ohne Grund: Im August wird hier die Junioren-Weltmeisterschaft ausgetragen. Das Trainingslager bot somit die ideale Gelegenheit, das Fluggebiet kennenzulernen und sich gezielt auf den internationalen Wettbewerb vorzubereiten.

Während neun intensiven Tagen standen für die acht Junioren sowohl fliegerische als auch theoretische Inhalte auf dem Programm. Insgesamt konnten an sieben Tagen Flüge durchgeführt werden.

Erfolgreicher Start ins Trainingslager

Der Auftakt ins Trainingslager gelang direkt mit guten thermischen Bedingungen. Zum Einstieg wurde eine offene Aufgabe ausgeschrieben, mit dem Ziel, das Fluggebiet möglichst umfassend zu erkunden und erste taktische Erfahrungen im Streckenflug zu sammeln.

Bereits ab 11:00 Uhr starteten die ersten Schlepps, und bis zum Mittag befanden sich alle Junioren in der Luft. Die Bedingungen ermöglichten weite Flüge bis in den Raum Schaffhausen und zurück.

Wetterbedingte Pause und wertvolle Theorie

Am zweiten Tag musste der Flugbetrieb aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen pausiert werden. Diese Gelegenheit wurde jedoch sinnvoll genutzt: Unter der Leitung von Trainer Rainer Cronjäger standen Theorieeinheiten zu Thermik, Streckenflug und Wettbewerbstaktik auf dem Programm.

Die Kombination aus Auffrischung bestehender Kenntnisse und neuen Inputs stellte eine wertvolle Ergänzung zum praktischen Training dar.

 

Schwierige Bedingungen und wichtige Erfahrungen

Die folgenden Flugtage waren geprägt von anspruchsvollen Bedingungen. Besonders der starke Wind am dritten Trainingstag machte den Piloten zu schaffen. Eine geplante AAT-Aufgabe konnte unter diesen Bedingungen kaum erfolgreich umgesetzt werden. Einige Piloten wagten dennoch den Versuch und sammelten dabei wichtige Erfahrungen, inklusive Außenlandungen.

Auch am Ostermontag stellte eine vierstündige AAT-Aufgabe hohe Anforderungen an die Teilnehmer. Nach einem zunächst vielversprechenden Start unter vereinzelten Cumuluswolken mussten große Teile des Rückfluges in anspruchsvoller Blauthermik bewältigt werden. Drei Außenlandungen zeigten deutlich, wie fordernd die Bedingungen waren.

Der darauffolgende Speed-Task über 171 Kilometer bestätigte das hohe Anspruchsniveau.

 

Fortschritte werden sichtbar

Gerade die schwierigen Tage zeigten ihre Wirkung. Bereits am sechsten Trainingstag war eine deutliche Entwicklung erkennbar. Eine weitere AAT-Aufgabe über rund 150 Kilometer konnte von allen Piloten erfolgreich beendet werden.

Besonders im Bereich Außenlandungen, Thermikflug in niedrigen Höhen und dem Umgang mit Blauthermik konnten in kurzer Zeit große Fortschritte erzielt werden.

Präzision statt Distanz

Am siebten Trainingstag stand ein ungewöhnliches Format im Mittelpunkt: ein 10-km-Racing-Task. Ziel war es, ein Viereck mit maximaler Präzision und Geschwindigkeit zu absolvieren.

Dabei waren nicht nur fliegerisches Können, sondern auch Timing und taktisches Feingefühl entscheidend. Strenge Vorgaben bezüglich Starthöhe, Geschwindigkeit und exaktem Startzeitpunkt machten diese Aufgabe besonders anspruchsvoll.

Die Auswertung zeigte unterschiedliche Strategien und bot allen Teilnehmern wertvolle Erkenntnisse.

Alpenfliegen als krönender Abschluss

Nach einem wetterbedingt flugfreien Freitag wurde der letzte Trainingstag kurzfristig in die Alpen verlegt. Geflogen wurde vom Flugplatz Hohenems-Dornbirn aus.

Bereits am Morgen begann der Aufbau der Flugzeuge, bevor gegen Mittag die ersten Schlepps starteten. Der Ausklinkpunkt lag auf rund 1’900 Metern im Bereich der Hohen Kugel.

Von dort aus führte der Streckenflug über den Raum Innsbruck, über den Arlberg bis ins Engadin. Die alpinen Bedingungen ermöglichten eindrucksvolle Flüge und boten den Piloten wertvolle Erfahrungen im Gebirgsflug.

Mehrere Junioren konnten an diesem Tag sogar ein 333-km-FAI-Dreieck erfolgreich absolvieren – ein gelungener Abschluss des Trainingslagers.

Erfolgreiches Trainingslager mit Blick auf die WM

Das Trainingslager in Aalen war ein voller Erfolg. Neben den fliegerischen Leistungen standen insbesondere die persönliche Weiterentwicklung, der Erfahrungsaustausch und die Gemeinschaft im Vordergrund.

Insgesamt wurden rund 150 Flugstunden absolviert und eine Gesamtstrecke von etwa 8’400 Kilometern zurückgelegt.

Ein besonderer Dank gilt Trainer Rainer Cronjäger, der das Trainingslager mit großer Erfahrung und viel Engagement leitete. Durch die gezielte Nutzung unterschiedlichster Wetterlagen konnten die Junioren wertvolle Erfahrungen sammeln und sich optimal auf die bevorstehende Junioren-Weltmeisterschaft vorbereiten.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Trainingslagers richtet sich der Blick nun nach vorne: Die Junioren-WM im August in Aalen kann kommen.

Stefan Gertsch, Sg Säntis