Saisoneröffnung auf der Alpensüdseite!

Die Segelfluggruppen Winterthur und Amlikon organisieren seit Jahren das Segelfluglager in San Vittore (Misox). Auf dem Ex-Militär-Flugplatz findet sich eine ideale Infrastruktur für den temporären Segelflugbetrieb: 3 Pisten (08/26) erlaubten den friktionsfreien Start- und Landebetrieb für Eigenstarter und drei Schleppmaschinen mit Seglern im Schlepptau. Die nahe gelegenen Klinkpunkte am Matro, Santa Maria und Pizzo di Claro bieten gute Einstiege für thermische Flüge.

Als Jungpilot hatte ich so die Gelegenheit, Teile Südbündens und das Tessin fliegerisch zu ertasten. Und das in einem imposanten Relief. Notfalls bieten die Flugplätze Locarno, Ambri, Lodrino sowie die italienischen Plätze in Somaggia (Ultraleicht-Platz), Sondrio und Domodossola ungefährliche Landepisten. Einige Mitglieder der SG Amlikon boten mir das Back-up im Falle einer Aussenlandung. An dieser Stelle herzlichen Dank an Beat, Ernst und Pepe. Insgesamt war der Flugbetrieb mit über vierzig Teilnehmern bestens organisiert. Man half sich gegenseitig und in kameradschaftlicher Manier. Unsere Schlepp-Piloten waren absolut top: sicher, effizient und flexibel.

Das Lager vom 30.3. bis zum 13.4. begann mit einem Hammertag! Der stahlblaue Himmel bescherte sehr gute Sonneneinstrahlungen. Es entwickelte sich eine gute Blauthermik (Aufwinde, die aufsteigen, aber nicht zu anzeigenden Wolken kondensieren).

Als Neuling in San Vittore hatte ich auch zu meiner eigenen Sicherheit einen Einführungsflug zu absolvieren. Als Letzter im Feld startete ich am ersten Tag gegen 14:30 Uhr. Der Einstieg gelang mir via das Calanca Tal mit anschliessender Querung zur Leventina und führte mich rasch nach Airolo auf Höhen von über 3'300 m.ü.M. Trotz enormen Schneemengen oberhalb 2'200 m.ü.M. entwickelten sich in Flanken und Mulden zuverlässige Aufwinde. Beeindruckt ob der Landschaft und dem fast mühelosen Flug nach Airolo verzichtete ich am ersten Tag auch gleich das Bedretto Tal zu erfliegen.

Das und weitere Erkundungen waren mir dann in den nächsten Tagen möglich. Desweiteren überflog ich Berge/Täler, die ich zu Fuss schon erwandert hatte, etwa den Campo Tencia, Pizzo Barone, Lukmanier Gebiet, Ritomsee etc. Toppiloten verzeichneten Flüge ab San Vittore bis zum Mont Blanc und zurück.
 
Das Bergpanorama ist zu Fuss auf den Gipfeln schon umwerfend. Über den Gipfeln in der Luft, bot sich «una vista incredibile». Während vier Flügen prägte ich mir das Relief ein und entwickelte im fremden Gelände das Gespür, wo sich Thermik ablöst. Mit insgesamt mehr als 15 Flugstunden und einem guten Training für die kommenden Flüge auf der Alpennordseite kehrte ich sehr zufrieden aus dem Süden zurück.

Mit dazu konnte ich in diesem Lager auch einige Kontakte in der grossen/kleinen Familie der Segelflugpiloten knüpfen. Herzlichen Dank an die Organisatoren - San Vittore gerne wieder!

HB-1751 / S4, Daniel Gmür