Erlebnisberichte von Mitgliedern

Bericht über einen speziellen Flug!


Planung ist fast Alles
Die Vorbereitungen an diesem Samstagmorgen für einen erfolgreichen Flugtag laufen wie immer,  nach dem gleichen Vorgehen ab. Dass der Tag am Ende nicht wie alle anderen abgeschlossen werden wird, weiss ich beim Frühstück noch nicht. Nach ein paar flotten Sprüchen mit Sandra, den Rucksack mit allen wichtigen Werkzeugen und Geräten gepackt und einem kurzen Kontrollblick in unserem Garten, fahre ich nach Altenrhein an den Segelflugplatz. Wir bauten noch den Astir zusammen, denn dieser war aus der Trainingswoche in Feldkirchen noch im Anhänger. Dort in Feldkirchen gelangen mir mit dem Astir einige ganz schöne Flüge. Am letzten Tag erreichte ich über dem Gerlitzen eine Höhe von 2‘800 ASL, 3:21 Stunden Flug und 65 km Distanz. Eigentlich wollte ich an jenem Tag einen 5-Stünder hinlegen, die Verhältnisse hätten es zugelassen. Ich hätte locker noch 2 Stunden fliegen können. Leider hat das meine Blase nicht zugelassen, und die Flasche, die ich für diesen Fall vorsorglich mitnahm, liess sich einfach nicht recht in Position bringen. Also flog ich zur Landung, packte den Astir ein und fuhr am späten Nachmittag noch von Feldkirchen zurück, denn ich musste mich am Folgetag noch mit Aufgaben zu Hause befassen. Irgendwie, dachte ich mir, werde ich den Fünfstünder eben im Alpstein nachholen. Jedenfalls war die Woche in Feldkirchen ein voller Erfolg, und ich habe viel gelernt. Ich danke allen Teilnehmern, Guido, Susi, Roman, Lukas und Fabian für die Hilfe und die wunderschöne Woche. 

Zur rechten Zeit am rechten Ort
Nun heute, nach dem Briefing in Altenrhein stand der Tagesplan also fest. Eigentlich wollte ich den verpassten 5-Stünder heute nachholen. Die Startliste erlaubte mir einen Flug vor dem Mittag. Ich wusste schon, dass das für einen guten Thermikflug im Alpstein noch zu früh war, und es wahrscheinlich am Gäbris kein Weiterkommen geben würde. Versuchen wollte ich es aber trotzdem, fand natürlich keinen einzigen Aufwind und so wurde das Mittagessen mit meinen Kollegen im Hangar zur Pflicht. Am Nachmittag ab 13:30 war ich nicht der Erste für den Schlepp, sondern eher der Letzte um 15:41. Da war mir schon klar, dass ich meine geheime Hoffnung, den Fünfstünder nachzuholen, aufgeben musste und ich mich auf einen schönen nachmittäglichen Genussflug einstellen durfte. Auch das freute mich selbstverständlich, also Start in Altenrhein und Ausklinken irgendwo um den Gäbris, etwa 1‘600 ASL. Und tatsächlich, nach ein paar Kreisen und Suche nach dem richtigen Ort, stieg ich schon mit etwa einem halben Meter pro Sekunde. Das ist doch immerhin Etwas,  dachte ich mir, und zog die Kreise weiter um den Gäbris. Etwas versetzt, wegen der Bise, zog es mich dann aber doch immer etwas weiter nach Südwesten und dann wieder etwas Richtung Hirschberg. Auch da stieg es immer noch recht schön, und so kam ich richtig ins Fliegen. Es war wunderschön, Freiheit pur und die Leichtigkeit des Schwebens hatte mich wieder. Tief einatmen und einfach Weiterkreisen, mal links, mal rechts herum, immer schön zentrieren und den Faden gerade zu mir. Auch den Rat von Guido Halter, (einer der vielen sehr guten und erfahrenen Fluglehrer die wir bei uns haben) ich solle doch ruhig auch mit einer stärkeren Neigung kreisen, nahm ich mir zu Herzen und stach so richtig mutig in die Kurven. Immer wieder den Blick auf den Instrumenten, stellte ich nun eine Höhe von knapp 2‘000 ASL fest.

Ab auf Reise
Also, auf geht’s links an Gais vorbei Richtung Appenzell, in die Region Grossspitz. Gut aufpassen und die Augen offen halten ist hier sehr wichtig, denn am Kronberg, der Ebenalp und am Hohen Kasten sind auch Gleitschirmflieger unterwegs. Selber auch Gleitschirmflieger, war mir bewusst, dass Abstandhalten wichtig ist. So blieb ich beim Grossspitz, flog absichtlich nicht in ihre Flugwege und beobachtete wie sie allesamt weit weg von mir vom Kronberg zurück zur Ebenalp flogen. Also kreuzten sich unsere Flugwege nicht und so konnten die Kreise ruhig weiter gezogen werden. Allerdings, anfangs ging es nur hinab und ich verlor einiges an Höhe. Schon befasste ich mich mit der Notwendigkeit  bald im Direktflug an den St.Anton zurückzufliegen, denn viel Höhe durfte nicht mehr vergeudet werden. Die Instrumente zeigten mir an, dass wenn noch 100 Meter verloren gingen, ich immer noch bei 800 Meter in Altenrhein ankommen würde. Das war schon knapp, denn mir viel  ein, dass mich die Biese vom Töni wegdrücken würde und mein Sinken im Lee wesentlich stärker sein wird als üblich. Also nichts wie weg von hier und mit dem besten Gleiten via Hirschberg zum St. Anton, war mein Entschluss.

Immer flexibel bleiben
Kaum auf Kurs, fliege ich aber überraschend direkt in eine Thermik, die heute offenbar nicht ganz da ist, wo ich sie aufgrund des Geländes und der Erfahrung erwartet habe. Mit einem Ruck geht es zuerst 2 Meter pro Sekunde hoch und hinten wieder 1 m/s runter. Gut, jetzt einfach nur schön zentrieren, eine saubere Kurve fliegen, den Faden immer gerade zu mir und schon ging es bald gleichmässig mit 1.5 Metern hoch. So musste ich mir also keine Sorgen mehr machen, allenfalls nicht mehr über den Töni zu kommen und Wolfhalden zu erreichen. Denn auch jetzt dachte ich immer noch daran an den St.Anton zu fleigen, aber einfach mit etwas mehr Marge. Es ging aber immer weiter hoch und die Gleitschirmflieger flogen weit weg von mir Richtung Ebenalp. Die Ebenalp wurde immer kleiner unter mir und der Säntis kam langsam ins Blickfeld, das schöne Öhrli davor. Da sah ich plötzlich einen Schlepp mit Segelflieger vor dem Säntis. Wer ist denn das? Ich ging an den Funk, nur leider kam keine Antwort. Jetzt hatte ich schon eine Höhe von 2‘400 ASL und es reitzte mich sehr, dem Kollegen am Säntis Gesellschaft zu leisten. Planänderung und ab zum Säntis im direkten Flug. Auf etwa 2‘200 kreiste ich westlich vom Säntis über der Schwägalp nach links ein, weil der Kollege auch links drehte und ich mit recht viel Abstand vom Berg die Thermik links von mir vermutete. Nach kurzer Zeit war ich schon auf 2‘600 und flog von den Wolken weg in Richtung Südwesten, etwa Stockberg. Weil es aber da nur sank hielt ich die Richtung nicht lange und überlegte schnell, ob ich wohl an der Südseite des Säntis vorbei, via Altmann oder aussen herum Wildhuser Schofberg an die Kreuzberge fliegen sollte, denn dort, so wusste ich, kann es auch um diese Zeit noch steigen. Allerdings ist der Thermikansatz schon ziemlich hoch um diese Zeit und es ist schon weit hinauf recht warm, denn der Wind hat in der Höhe auch schon auf Süden gedreht. Etwas tiefer würde ich sogar im Lee der Biese fliegen und so war ich mir sicher, dass das keine gute Idee sein würde. Also wage ich das nicht und fliege auf dem direkten Weg mit grossem Abstand zu den Wolken die an den Klaviertasten hängen, etwa in der Mitte vom Lehmental, zurück Richtung Altenrhein. Ich will die Ebenalp weit links umfliegen möglichst noch etwas Steigen mitnehmen und dann links am Hohen Kasten vorbei. Das gelingt gut, ich kann viel Höhe mitnehmen und am Kasten finde ich wieder Thermik. Ja gut, dann drehe ich nochmals ein, mache Höhe und weit unter mir am Sigel soaren noch die Gleitschirmflieger. Da fällt mir ein, wenn ich nun mit dieser Höhe einen kurzen Abstecher zur Stauberen Kanzel mache um dort nachzusehen, ob doch noch ein wenig Thermik um diese Zeit anliegt, dann komme ich im Gleitflug locker wieder an den Kasten zurück. Allerdings war mir schon klar, dass mein Vorhaben etwas kühn ist und dass dort um diese Zeit noch Thermik liegt, wäre eher eine Überraschung gewesen. Ich wollte aber die Bestätigung, flog hoch über dem Grat mit praktisch keinem Höhenverlust bis zur Kanzel und weil es dort nicht stieg, kehrte ich sofort um und kam auf fast gleicher Höhe am Kasten wieder an. Also genoss ich hier noch ein wenig die Aussicht und war recht zufrieden mit dem Flugtag. Jetzt muss ich ja nur noch zum Töni gleiten und schon melde ich mich beim Flughafen an, war meine Überlegung.

Gegenwind
Ich wähle den Weg über den Fähnerenspitz,  Hirschberg und rechts am Gäbris vorbei zum St. Anton. Ich rechne noch kurz im Kopf, dass ich etwa auf 750 Meter über den Abbauraum komme und vorher aber den St.Anton 1‘100 noch locker schaffe.
Statt dass jetzt aber die Geschichte langsam zum Ende kommt, beginnt sie jetzt erst recht wieder von vorne, nur etwas anders und fast Alles in umgekehrter Richtung. Ich verliere schon am Fähnerenspitz ziemlich Höhe, die Biese ist im Appenzellerforderland wohl noch stärker als ich dachte. Eigentlich wusste ich das, denn oft weht der Wind in der Höhe schon von Süd und unten hat es noch Biese aus Nordosten. Ich halte den Blick Richtung Töni und merke, dass dieser und zugehöriger Grat eher steigt statt sinkt. Hoffentlich finde ich am Hirschberg noch wenig Thermik, geht mir durch den Kopf, sonst werde ich die Krete wohl nicht mehr überfliegen. Am Hirschberg sangen die Flügel meines Astir leider die gleichen Lieder und der Anton hatte immer noch keine Lust sich nach unten zu bewegen. Innerlich begann es mir so langsam zu dämmern, dass es wohl nicht so laufen würde wie gedacht. Jetzt musst Du kühlen Kopf bewahren und das Beste daraus machen. Also flog ich an die Honegg und hoffte bei der Hochspannungsleitung doch noch links am Anton vorbei nach Heiden durchschlüpfen zu können. Ich war aber schon viel tiefer als sonst zusammen mit Markus Hösli,  Kurt Sauter und Guido Halter (meine Fluglehrer) und ich war mir sicher, dass es ein viel zu grosses Risiko gewesen wäre diesen Flugweg zu wagen. Ich hätte dort kaum irgendwo landen können, denn ich kenne das Gelände um Heiden sehr gut. Also rechts am Anton vorbei, knapp 50 Meter höher als die Krete Richtung Osten, aber im Lee. Bei Fegg schaute ich wieder einmal etwas genauer nach links und überlegte, aber wirklich nur ganz kurz, ob ich da wohl durchkomme und doch noch den Flug nach Walzenhausen schaffe. Nein, das mache ich nicht, denn ich sehe nur Hügel und Wälder vor mir. Wie ich schon beim Hohen Hirschberg erstmals leise ahnte, kam die Gewissheit einer Aussenlandung immer näher. Ich gab einen Funkspruch an meine Kollegen, dass ich Altenrhein wahrscheinlich nicht erreichen werde. Sie antworteten natürlich nicht, denn ich war schon zu weit hinter den Hügeln, sodass eine Funkverbindung nicht mehr möglich war. Da ging mir durch den Kopf, was denn nun meine Kollegen in Altenrhein denken werden. Ach welche Schmach, der Depp hat es vermasselt, die Situation falsch eingeschätzt. Und auf die Hinweise des Fluglehrers Raphael Wicky, die Biese sei nicht zu unterschätzen, habe ich Trottel auch nicht gehört. Doch, ich wusste es schon, aber dass es mich auf dem Flugweg vom Kasten bis Töni derart runterspühlen würde, hätte ich doch nicht gedacht. „Ah, wärest Du doch nur beim Kasten früher weggeflogen, dann wärest Du jetzt schon lange im Endanflug Altenrhein“. Nun aber bereits bei Bechtenrüti, 750 ASL, schaue ich doch noch kurz nach St.Margrethen. Nein, auch das ist keine gute Lösung, da reicht mein Gleitwinkel bei weitem nicht um den Flugplatz zu erreichen. Und ob bei Rheineck eine Wiese zu finden oder gar zu erreichen wäre? 

Entschlossen handeln
Jetzt keine Zeit mehr verlieren, sofort alle Konzentration zusammennehmen, auf die Aussenlandung vorbereiten, denn eine gute Landung am rechten Ort zur rechten Zeit ist jetzt das Allerwichtigste. Ich gebe nochmals den Funkspruch ab, dass ich in Heerbrugg aussenlanden werde. Kurz meldet sich Rainer Ender am Funk. Er fliegt wohl irgendwo über mir und sieht mich. Seinen ruhigen Zuspruch nehme ich gerne an und er kommt zum Glück genau zur rechten Zeit. Es gilt nun also Entscheid um Entscheid der Reihe nach zu fällen und entschlossen umzusetzen. Was jetzt wohl kommen wird? Ich schaue nach rechts, fliege zuerst mal über die Stadt Heerbrugg hinweg Richtung Wiesland. Bei einer Sportanlage sehe ich eine schöne Wiese, rechts davon die Bahnschinen, frisch geheut, und der Bauer ist gerade daran die Maden zusammen zu nehmen. Links davon hat es noch genügend Platz und er fährt mit seinem Ladewagen gerade von der Wiese weg. Sie sieht zwar von oben etwas klein aus, der Wind weht eher von Südwesten her, also das Rheintal herunter. Am oberen Ende der Wiese, im Südwesten steht eine grosse Sporthalle fast über die ganze Breite. Ich entscheide also von Nordosten in den Landeanflug zu gehen. Da sehe ich aber noch einen grossen Baukran auf der anderen Seite vor der Wiese. Hindernisse sind schliesslich da um sie zu überwinden. Ich entscheide höher in den Gegenanflug zu gehen. Ich mache das, fliege über der Sporthalle durch, ich habe noch 250 Meter AGL, ziehe nach links in den Gegenanflug, genau parallel zur visualisierten Landerichtung. Jetzt plane ich hoch in den Queranflug zu gehen und will mit genügend Zeit ganz genaue 90 Grad Kurven fliegen. Ich will den Kran sicher überfliegen und will hoch bleiben um dann etwas steiler auf den Aimingpoint zu steuern. So mache ich es dann auch, gehe in den Queranflug, mache das genauso wie gedacht, fliege nach links die letzte Kurve in den Landeanflug, sehe dass ich hoch genug bin, ziehe nun die Bremsen und das Höhensteuer und ziele mit dem Gleitwinkel genau hinter den querverlaufenden Feldweg vorne in die Wiese hinein. Nun achte ich auf die Geschwindigkeit, kann sie gut und gleichmässig auf 90 km/h halten und der Gleitwinkel ist genau so, dass ich den Kran sicher und mit Abstand überfliege. Nun schaue ich nur noch auf den Zielpunkt, der Kran geht etwa 50 Meter unter mir durch und ich beginne ein wenig flacher zu fliegen, denn so steil kann ich ja nicht auf die Wiese zufliegen. Aber zu flach darf ich dann auch wieder nicht kommen, sonst fliege ich zu weit und hinten ist ja noch die grosse Sporthalle, also definitiv das Ende der Wiese. Also weiter auf den Zielpunkt halten, Geschwindigkeit halten und dann eben 15 Meter über Boden langsam abflachen, sauber und gerade aufsetzen und dann voll in die Bremsen. Ich komme 150 Meter vor der Halle zum Stillstand. Es war die sanfteste Landung die ich bisher mit dem Astir geschafft habe. Sehr zufrieden halte ich einen Moment inne, steige aus und empfinde innere Freude, schaue kurz zurück auf den wunderschönen Flug mit der doch rechten Herausforderung zum Schluss. 

Einen lieben Dank gilt natürlich Hans, Martin und Lukas. Sie werden nämlich von Rainer informiert und holen mich und den Astir mit dem Anhänger wieder zurück nach Altenrhein. Die Segelflieger sind wirklich spezielle Menschen. Sie helfen einander, stehen sich mit Rat zur Seite, geben ihre wertvollen Erfahrungen weiter. Ich meinerseits darf noch viel lernen bis zum brevetierten Segelflugpiloten und freue mich schon jetzt auf weitere spannende, interessante und auch genussvolle Flüge. 

Steinach, 18.06.2019, Andreas Graf, Segelflugschüler der SG Säntis, Altenrhein

Alpen Adria Cup 2019

SG-Säntis als beste Schweizer am Alpen-Adria Cup.

Vom 25. Mai bis 1 Juni fand in Feldkirchen (Kärnten) wieder der internationale Segelflugwettbewerb statt. 43 Piloten aus 5 Nationen kämpften in 2 Klassen um Punkte.

Am ersten Tag war das Wetter etwas unsicher, die Wettkampfleitung entschied aber aufgrund der Wetterprognosen für die kommenden Tage, einen Start durchzuführen. Nur Martin Bühlmann in der 106-er Klasse von der SG Lägern konnte die Aufgabe erfüllen, aber zu seinem Leid war die Mühe vergebens weil nach Reglement mindestens ein Drittel der Teilnehmer mindestens 100km weit fliegen müssen um eine gültige Wertung zu erhalten. Dies wurde in beiden Klassen nicht erfüllt.

Der zweite Tag sah dann etwas besser aus und es wurden in beiden Klassen um die 250km geflogen.

In beiden Klassen ging der Sieg in die Schweiz. Tizian Steiger SG Lägern und Werner Danz SG Mollis holten sich den Tagessieg. In der offenen Klasse sind gleich 3 Schweizer unter den ersten 5.

Danach war 4 Tage Regenpause bei 10 bis 12 Grad. Die letzten beiden Tage brachten dann aber wieder so richtig tolles Segelflugwetter und das Pustertal und die Karawanken zeigten sich von ihrer besten Seite. Lediglich der Start im Klagenfurter Becken war etwas zäh.

300km am Freitag und 500km mit Siegerschnitt von 120km/h am Samstag liessen die Segelflieger die vergangenen Regentage wieder vergessen. Bei nur drei von acht Wertungstagen machten sich aber Fehler natürlich viel stärker bemerkbar , da keine Möglichkeit mehr besteht diese auszubügeln. Dass Aussenlandung und Tagessieg nahe beieinander liegen mussten einige Piloten wieder schmerzlich erfahren.

Die SG-Säntis schloss bei beiden Klassen als beste Schweizer ab. Roman Bühler aus Horn mit Schlussrang 6 in der 106-er Klasse, Guido Halter aus Marbach in der offenen Klasse mit Schlussrang 4.

Ranglisten sind unter https://www.soaringspot.com/de/aac2019/results publiziert.

Alpen Adria Cup 2019

Saisoneröffnung auf der Alpensüdseite!

 Die Segelfluggruppen Winterthur und Amlikon organisieren seit Jahren das Segelfluglager in San Vittore (Misox). Auf dem Ex-Militär-Flugplatz findet sich eine ideale Infrastruktur für den temporären Segelflugbetrieb: 3 Pisten (08/26) erlaubten den friktionsfreien Start- und Landebetrieb für Eigenstarter und drei Schleppmaschinen mit Seglern im Schlepptau. Die nahe gelegenen Klinkpunkte am Matro, Santa Maria und Pizzo di Claro bieten gute Einstiege für thermische Flüge.

Als Jungpilot hatte ich so die Gelegenheit, Teile Südbündens und das Tessin fliegerisch zu ertasten. Und das in einem imposanten Relief. Notfalls bieten die Flugplätze Locarno, Ambri, Lodrino sowie die italienischen Plätze in Somaggia (Ultraleicht-Platz), Sondrio und Domodossola ungefährliche Landepisten. Einige Mitglieder der SG Amlikon boten mir das Back-up im Falle einer Aussenlandung. An dieser Stelle herzlichen Dank an Beat, Ernst und Pepe. Insgesamt war der Flugbetrieb mit über vierzig Teilnehmern bestens organisiert. Man half sich gegenseitig und in kameradschaftlicher Manier. Unsere Schlepp-Piloten waren absolut top: sicher, effizient und flexibel.

Das Lager vom 30.3. bis zum 13.4. begann mit einem Hammertag! Der stahlblaue Himmel bescherte sehr gute Sonneneinstrahlungen. Es entwickelte sich eine gute Blauthermik (Aufwinde, die aufsteigen, aber nicht zu anzeigenden Wolken kondensieren).

Als Neuling in San Vittore hatte ich auch zu meiner eigenen Sicherheit einen Einführungsflug zu absolvieren. Als Letzter im Feld startete ich am ersten Tag gegen 14:30 Uhr. Der Einstieg gelang mir via das Calanca Tal mit anschliessender Querung zur Leventina und führte mich rasch nach Airolo auf Höhen von über 3300 m.ü.M. Trotz enormen Schneemengen oberhalb 2200 m.ü.M. entwickelten sich in Flanken und Mulden zuverlässige Aufwinde. Beeindruckt ob der Landschaft und dem fast mühelosen Flug nach Airolo verzichtete ich am ersten Tag auch gleich das Bedretto Tal zu erfliegen.

Das und weitere Erkundungen waren mir dann in den nächsten Tagen möglich. Desweiteren überflog ich Berge/Täler, die ich zu Fuss schon erwandert hatte, etwa den Campo Tencia, Pizzo Barone, Lukmanier Gebiet, Ritomsee etc. Toppiloten verzeichneten Flüge ab San Vittore bis zum Mont Blanc und zurück.
 
Das Bergpanorama ist zu Fuss auf den Gipfeln schon umwerfend. Über den Gipfeln in der Luft, bot sich «una vista incredibile». Während vier Flügen prägte ich mir das Relief ein und entwickelte im fremden Gelände das Gespür, wo sich Thermik ablöst. Mit insgesamt mehr als 15 Flugstunden und einem guten Training für die kommenden Flüge auf der Alpennordseite kehrte ich sehr zufrieden aus dem Süden zurück.

Mit dazu konnte ich in diesem Lager auch einige Kontakte in der grossen/kleinen Familie der Segelflugpiloten knüpfen. Herzlichen Dank an die Organisatoren - San Vittore gerne wieder!

HB-1751 / S4, Daniel Gmür

Saisoneröffnung auf der Alpensüdseite!

Augustflüge 2018


Der heisse Sommer 2018 liess in der zweiten Hälfte August immer wieder tolle Flüge ab dem Flugplatz Altenrhein zu:
Ab dem Mittag entwickelte sich in der erweiterten Region öfters eine schwache bis mässige Thermik, meist von Cumuluswolken gezeichnet.
Zwar war die Wolkenbasis  tief (1800-2200 m.ü.M.)  und durchwegs vom typischen Tagesgangwetter (kochende bis gewittrige Wolken) geprägt.
Dennoch ermöglichte diese Wetterlage den JungpilotInnen Rahela Kissling, Dominik Saladin und Dani Gmür einige schöne Flüge in der Voralpenregion
Walensee - hoher Kasten - rote Wand (A) - Alpsee (D).

Die nachfolgenden Fotos vermitteln neben der Anmut des lautlosen Fliegens auch die Schönheit unseres Dreiländerecks.

Augustflüge

Feldkirchen 2018

Der Wettergott im Trainingslager für den Alpe-Adriacup war den Segelfliegern nicht gut gesinnt.

Am Freitag erst, kam dann das ersehnte fliegbare Fenster und das Pustertal zeigte sich von seiner besten Seite. So konnten wir Meran trotzdem noch von oben sehen.

Die Stimmung blieb trotz Regen und Gewitter auch an den nicht fliegbaren Tagen hoch. Wir spannten eine Slackline und testeten unseren Gleichgewichtsinn, der Grill lief auf Hochtouren für Knoblauchbrot und Entrecote, die Gerlitzen und die Ossiachertauern erklommen wir mit dem Mountainbike.

Am Abend traffen sich viele im grossen Schweizerzelt, das gemütlich beleuchtet für gesellige Stunden sorgte.

Roman Bühler

 Adria Cup  26. Mai bis 2. Juni

Der Wettbewerb begann bei schönem warmem Wetter. Es stellte sich aber heraus dass das Abfliegen bei schwacher Thermik und niedriger Höhe sehr schwer war. Von den 43 Flugzeugen konnten nur 5 die Aufgabe erfüllen. Leider waren Roman und ich nicht dabei.

Die ganze Woche war geprägt von Schauern und Gewitter, die nur kurze AAT - Flüge zuliessen. Gegen Ende des Wettbewerbs wurden die fliegbaren Wetterfenster wieder etwas länger und die Aufgabenzeit lag mit gut 3 Stunden wieder etwas höher. Es war aber immer schwierig vom Platz wegzukommen und nicht von einem Regenschauer ausgebremst oder einem Lee heruntergespült zu werden.

Es konnten Flüge bis 300km mit Schnitten über 120km/h erflogen werden. Die Rangliste ist unter aac.lokf.at zu finden.

SG-Säntis-Bilanz :

106er Klasse : Roman Bühler mit Rang 9

offene Klasse : Guido Halter mit Rang 8

 

Guido Halter

Saisonstart 2018 geglückt

Nachdem das erste geplante Wochenende dem Wetter zum Opfer viel, konnte die Saison am 25. März dennoch eröffnet werden. Da die Graspiste in Altenrhein Aufgrund der Nässe noch nicht freigegeben wurde entschlossen Guido und Römi mit dem Flieger nach Hohenems zu fahren.

Wir waren gespannt auf das neu eingebaute Vario und Römi über erste Erfahrungen mit seinem neuen Flugrechner.

Der Wetterbericht liess uns eine Strecke um den Chiemsee planen. Aber es kam natürlich anders. Der Startzeitpunkt verschob sich im Allgäu durch eine Abdeckung, dafür zeigten sich auf der Hohen Kugel Cumuli.

Ob das mit dem vielen Schnee gut geht ? Probieren geht über studieren. Es ging sogar sehr gut, gleich nach dem einfahren des Motors stieg es mit 2m/s bis über 2000m. Zu unsererm erstaunen sah es Richtung Prättigau sogar besser aus als Richtung Lechtal.

An der Lenzerheide angekommen sank die Basis dann Richtung Oberalp doch deutlich ab, also wenden und weiter Richtung Innsbruck. Es ging recht flott vorwärts, allerdings musste die Linienwahl dem vielen Schnee und der wechselnden Windrichtung immer angepasst werden. Region Arlberg war von grösseren Sauflöchern umgeben, aber Richtung Landeck gings wieder flott weiter.

Am Fernpass sah man, dass es nördlich Richtung Garmisch Mittenwald sehr gut zeichnete (oberstes Bild). Langsam begann sich die Kälte von den Füssen langsam nach oben auszubreiten. Auch die grösser gewordenen Abdeckungen wärmten im Cockpit nichts mehr auf. Am Achensee angelangt reizte es unheimlich weiter nach Osten zu fliegen, da aber um 17 Uhr mit Thermikende gerechnet werden musste drehte ich schweren Herzens zum Heimflug Richtung Lechtal.

Der Entscheid war richtig, die Aufwinde liessen ab halb fünf deutlich nach und ich war froh um Fünf Uhr im Gleitwinkel vom Startplatz zu sein.

Trotz Polarforscherkleidung kühlen über 5 Stunden im Cockpit bei Minusgraden die Füsse und den ganzen Körper ziemlich ab. Die teils starke Thermik bis über 3000müM und das herrliche Panorama mit verschneiten Bergen entschädigen aber dafür.

So kann die Saison weitergehen !

 

 

Segelflugwoche in Sisteron

Segelflugwoche in Sisteron

Werner und Rolf überzeugten Martin und mich mit interessanten Schilderungen vom Fluggebiet rund um Sisteron (F). Das kleine Städtchen Sisteron liegt im Süden Frankreichs in der Region der Haute Provence, nahe an der Grenze zu Italien. Entlang dieser Grenze spannt sich der Westalpenbogen. Er beginnt am Mittelmeer in der Gegend von Nizza/Alassio und schliesst in Aosta an den Alpenhauptkamm an. Die französischen Westalpen bieten interessante Segelflugbedingungen. Vor allem die Westflanken werden nachmittags stark aufgeheizt und bieten Thermik bis in die Abendstunden. Vielenorts stossen in der Ebene grossflächige Felsformationen an die Oberflächen. Sie wirken als regelrechte Heizplatten. Très bien!


Die Anreise

Am Samstag 22.8. setzte sich die SGS Karawane mit einer regelrechten DG Flotte (500 M, 800, 400, 300) in Gang und erreichte am Nachmittag via Genf - Grenoble das Aérodrome Sisteron.
Nicht nur das Kartenstudium der Segelflugkarte „France Sud“ vorab, sondern auch die Fahrt durch das Vorgebirge liess ein paradiesisches Segelflugrevier erkennen. Hohe Berge, blanke Felsoberflächen, alle 30 bis 40 km ein Flugfeld und auch der fühlbare Charme von Land, Leuten und Küche liess die hohen Erwartungen noch höher steigen. Extraordinaire!

Ankunft auf dem Platz

Der Flugplatz Sisteron liegt auf einer kleinen Anhöhe im Tal des Flusses Durance. Auf dem Flugfeld herrschen grosszügige Platzverhältnisse. Vor jeder Hängerreihe stehen mindestens 60m Platz für den Zusammenbau und die Bereitstellung unserer Flugzeuge zu Verfügung. Eine 1000 m lange Graspiste und ein fast so langer Asphaltstrip ermöglichen unproblematische Anflüge und genügend Platz zum ausrollen auf und neben der Piste. Pas mal!

Die hohe Lufttemperatur und erste Perlen auf der Stirn zwangen uns und die Flugplatz-Sekretärin schon beim Anmeldeprozedere sehr rasch zu oekonomischen Bewegungen. Schliesslich war alles Formelle erledigt, die Hänger platziert und ein schattiges Plätzchen im Flugplatzrestaurant „Le Zinc“ für das Nachtessen ergattert. Man war angekommen –sprichwörtlich-, ass, scherzte und bezog schliesslich die Zimmer in den nahe gelegenen Unterkünften Fombeton und Capoulot.

Das Fombeton –ein renoviertes Bauerngehöft- besticht durch seine ruhige Lage unter riesigen alten Bäumen und einer wunderbaren Küche mit einem engagierten Betreiberpaar. Das von Michelle und ihrem Mann herzlich und familiär geführte Capoulot bot einen farbigen Garten, in dem wir täglich mit einem reichhaltigen und feinen Fliegerfrühstück unseren Tag begannen – und dazu noch Sprachunterricht erhielten. Oui et c’etait complètement gratuit!

 

Der Flugbetrieb am Platz

Täglich um 10 Uhr fand das obligatorische Briefing mit dem Cheffluglehrer, einem Dolmetscher und ca. 30 Piloten statt. NOTAM, Wetter, Wind und Thermik wurden besprochen, die Startpistenrichtung festgelegt. Wir bauten unsere DG‘s jeweils um 9 Uhr auf, um die relative morgendliche Kühle von 14 bis 16 Grad zu nutzen. Schon um Mittag herrschten Temperaturen um die 26 Grad. Nach dem Briefing wurden weitere Vorbereitungsarbeiten oder auch mal ein Nickerchen gemacht. So gegen Mittag begann man, die Flugzeuge vor den Schleppmaschinen in zwei Linien in der Regel auf trente-cinq piste dure aufzureihen. Die Eigenstarter erhielten separate Startplätze zugewiesen. Die sehr erfahrenen Lokal-Piloten stiegen bereits ab 11 Uhr in die Luft, wir etwas später.
Als einziger SGS’ler ohne Eigenstarter geniesse ich auch die Schleppflüge - und je nach Schleppmaschine in kräftigen Abwinden manchmal auch als „une petite belle aventure“. Gelobt sei unsere Maule MX-7-235 mit 235 PS in alle Ewigkeit und einmal zurück!

 

Das Relief und das Wetter

Was soll ich sagen: Das Relief ist im Anblick und zum Fliegen schlicht fantastisch. Die Orientierung fällt einem mit dem vorgängigen Kartenstudium und einigen markanten Bergen und Seen im Umkreis von 70 km recht leicht. Im Unterschied zu unseren Alpen sind die Hänge oft nur schwach bewaldet, dafür umso mehr von Felsen und ausgetrockneten Grashängen gezeichnet. Rund um Sisteron findet sich ein leicht coupiertes Gelände, das gegen Osten von 600 AMSL rasch bis auf 3000 AMSL ansteigt. Im gesamten Fluggebiet im Radius von 150 km rund um Sisteron finden sich - neben vielen Aérodromes - etliche Aussenlandeplätze. Sie sind in einem Aussenlandebuch zusammen gefasst.

Während der gesamten Woche begleitete uns weitgehend gutes Wetter. Von den 8 Aufenthaltstagen waren deren sieben fliegbar. Allerdings war kaum je Bombenwetter – also keine 3/8 Bedeckung mit Cumuli und einer grossflächigen Basis von 4800 AMSL. Es reichte dennoch für zahlreiche fantastische Flüge (vgl. Bilder).

Rolf & Barbara, Werner, Martin und ich haben insgesamt weitere 19 Flüge in unseren Flugbüchern stehen. So flog Martin etwa nach Grenoble und zurück, Werner trieb es bis zum Valle Maira (I) nahe dem Monte Viso. Rolf und Barbara blieben einige besondere Momente beschieden: So etwa Flüge bis nördlich zum Modane Tal oder am letzten Flugtag noch komplexe Wellenflüge. Mir waren nicht weite oder lange Flüge wichtig, sondern als Jungpilot meine Weiterentwicklung von Taktik (u.a. arbeiten mit Alternates), Verbesserung der Entscheidungsqualität, Beurteilung von völlig fremden Gelände/Formationen (wo zieht’s) in autonomen Flügen, etwa wie in diesem Flug hier:

https://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?flightId=187202805

Meine Trainingsziele habe ich mehr als erreicht und durfte die Saison 17 mit einer fantastischen Woche abschliessen.

 

Resümee
Rolf und Werner hatten nicht zu viel versprochen. Sisteron war es nicht nur fliegerisch mehr als wert. Die tolle Kameradschaft und das lockere Umfeld haben viel zu dem prägenden Aufenthalt beigetragen. Gerne und jederzeit wieder, vielleicht auch mal im Frühling … und nicht zuletzt der kulinarischen Genüsse und dem savoir vivre wegen. Aber das wäre eine andere Geschichte. Alors, à bientôt Sisteron!

Nützliche Links

https://www.volavoile-sisteron.com/     Aerodrome Sisteron
http://www.francetopo.fr/                      Online Geomap, Kartenstudium Geographie     

http://www.fombeton.de/                      Unterkunft, Essen
http://www.hotel-le-caboulot.com/         Unterkunft, keine Spelunke, wie der Name sagt
Vue d’en Haut, Sigoyer                         Essen, fantastische Fernsicht/Sonnenuntergänge

https://www.crit-air.fr/                           Info zu Umweltplakette bei Anfahrt via Grenoble

Steinerschule Winterthur zu Besuch bei der SG-Säntis

Ziellandekonkurenz 2015

September 2015; Daniel Gmür

Am 19.09.2015 fand die Ziellandekonkurrenz statt. Trotz vier kurzfristigen Absagen fanden sich 16 Piloten zum Wettbewerb ein. Die Witterungsbedingungen war bis zum Tag zuvor mit starkem Regen alles andere als ideal. Dennoch präsentierte sich die Piste in ordentlichen Zustand.

Aus Sicherheitsgründen wurde das Wettbewerbsreglement angepasst. Gefordert wurde eine Heckspornlandung hinter einem fiktiven Wassergraben (Landelinie). Gemessen wurde der Aufsetzpunkt bis zur Landelinie. Um bei nasser Piste mit einem harten Abbremsen keinen "Surri" zu provozieren, wurde die Ausrollstrecke nicht gemessen. Ansonsten wurde sozusagen eine Aussenlandung simuliert. Landungen vor der Ziellinie wurden mit 50m Strafzuschlag bewertet.

Durchgeführt wurden zwei Wertungsflüge. Besonders erwähnenswert: Veteran Armin S. glänzte nach langer Abstinenz mit hervorragenden Flügen - Hätte er in einem Flug eine Kurzlandung (wenig vor Landelinie) vermieden, wäre ein Podestplatz wahrscheinlich möglich gewesen.

Erfreulich auch, dass sich unsere "Schlepp-Piloten im Schülerstatus" mit achtenswerten Platzierungen am Wettbewerb beteiligten. Man kann's einfach - ob mit dem KCE oder Orion.

Die späten Nachmittagsflüge gestalteten sich zunehmend schwierig: Rückenwind mit 5 - 7 Knoten und forderten die Piloten zusätzlich. Meine Wenigkeit fand sich im zweiten Flug jedenfalls nur noch auf 600 m Ausklinkhöhe und rutsche regelrecht mit dem einzigen Regensprutz des Tages schnurstracks über den Wald und "ohne base in den direct final".

Gewonnen wurde der Wettbewerb durch Rolf K., knapp vor Guido H. und Rainer E.
Herzliche Gratulation, Rolf!

Leider nicht zum Einsatz kam die SG 38 von Rainer. Der starke Rückenwind verhinderte aus Sicherheitsgründen den Einsatz des faszinierenden Oldtimers.

Abgerundet wurde der Anlass durch einen Apéro im Hangar und dann später durch ein Nachtessen im Vereinslokal.

Weiterer Höhepunkt des Tages war zweifellos der "Hangflugwettbewerb" im Saal. Mit einem "Brett vor dem Bauch" (als Hang > ähnlich einem Bauchladen) musste im Schritttempo der Aufwind für einen Leichtflugmodell produziert und so das Modell auf einem Tisch gelandet werden. Der Anlass sorgte für grosse Heiterkeit und offenbarte die eine oder andere motorische Geschicklichkeit. Das Siegerfoto jedenfalls zeigt das Modell und die Stimmung  besonders gut...

Mit viel Wetterglück, der Tatkraft aller Beteiligten und etlichen Sprüchen (Gruss von   der "Balkantruppe") verbrachten die SGS'ler einen tollen und kameradschaftlichen Flugtag.

Das Klassement 2015:

Rang                               Addierte Abstände nach 2 Flügen

1. Rolf K.                          21.10 m

2. Guido H.                       21.70 m
3. Rainer E.                      25.50 m
4. Peter G.                       27.10 m (Flugschüler, knapp am Podest vorbei)
5. Pascal B.                      30.40 m (Flugschüler, 1. Flug 1.40m Distanz!)
6. Peter E.                       38.95 m
7. Daniel Gm.                   39.90 m
8. Rahela K.                   51.50 m (1 Flug mit 0 m Distanz!)
9. Kurt S.                         59.40 m
10. Armin S.                     68.60 m (zweiter Flug leider 1 m vor der Landelinie)
11. Simon                        79.85 m
12. Fabian S.                    80.00 m
13. Richard T.                  94.30 m        
14. Remo A.                     >100m
15. Dominik S.                  > 100 m
16. Hans                          > 100 m      


Segelfluglager Altenrhein vom 13. bis 24.7.2015

August 2015; Rahela Kissling

Am Montag, 13. Juli trafen wir uns pünktlich um 09:00 Uhr vor dem Hangar der SG-Säntis. Alle waren in guter Stimmung und freuten sich auf die kommenden zwei Flugwochen. Die Wettervorhersage versprach gutes  Wetter. Für unseren Nachwuchs-Fluglehrer Fabian Schefer war es der erste Tag als Fluglehrer, was uns natürlich sehr freute. Nach einem ausführlichen Briefing, wo wir unsere Tagesziele, die Wetterdaten und die Lufträume anschauten, machten wir anschliessend unsere Segelflieger für die Flüge bereit.  Bald darauf zog unser Schlepp-Pilot Peter Eigenmann schon den ersten Segelflieger in die Luft. Wir Schüler hatten alle ein Ziel zu erreichen. Auf dem Programm standen Prüfungsvorbereitung, Soloflugvorbereitung, Stunden auf dem Einsitzer fliegen usw. Für diejenigen, welche gerade am Boden waren, gab es mit Flieger von der Piste schieben, Mittagessen zubereiten und Startliste führen auch genügend Arbeit. Am Abend liessen wir beim Debriefing (Nachbesprechung) den schönen und flugaktiven Tag nochmals Revue passieren. Es gab noch einige Verbesserungsvorschläge für den kommenden Flugbetrieb und danach machten sich alle auf den Heimweg, denn schliesslich wollten wir alle am nächsten Tag wieder fit und munter auf den Flugplatz kommen.

Am zweiten Tag stand nebst den normalen Schlepp-Starts auch ein Doppelschlepp auf dem Programm.

In den nächsten Tagen nutzten wir jede mögliche Flugminute. Auch am Boden waren alle bei sehr guter Laune. Wir lachten, lösten Knobelaufgaben und diskutierten über dies und jenes. Einmal mehr war zu spüren, wie gut wir uns alle in der SG-Säntis  verstehen.

Beim üblichen Briefing am Donnerstagmorgen überraschte uns Werner Rissi Sen. Er lud uns alle für den Abend zum Grillieren zu sich nach Hause ein, mit dem Versprechen, dass es keine Bratwürste geben werde J. Denn von diesen hatten wir mittlerweile jeweils zu Mittag zu genügend gegessen. Nach dem Briefing starteten wir wie immer gut gelaunt unseren vierten Flugtag und sammelten erneut mit vielen Flügen wertvolle Flugerfahrung. Michael Solentaler trainierte hart auf seinen ersten Solo-Flug hin und für Dominic Saladin wartete noch der letzte Feinschliff für seine anstehende, praktische Prüfung am kommenden Tag. Nach dem Aufräumen und Debriefing machten wir uns dann um ca. 19:00 Uhr auf zum offerierten Grillabend nach Eggersriet. Wir verbrachten einen sehr gemütlichen Abend mit vielen, feinem Grilladen und einem mega -guten Risotto. Hierfür nochmals „Herzlichen Dank Emmi und Werner J“.

Am Freitagmorgen waren alle sehr aufgeregt, da an diesem Tag Dominic Saladin seine praktische Segelflugprüfung ablegte. Daher standen einige Flugschüler sowie der Fluglehrer schon um 08:00 Uhr auf dem Flugplatz, um Dominic beim Bereitmachen des Segelfliegers zu helfen. Und beim Erscheinen des Experten um 09:00 Uhr galt es ernst. Während der drei Prüfungsflüge warteten wir alle aufgeregt beim Pistenfahrzeug. Und als wir dann erfuhren, dass er „bestanden“ hatte, freuten wir uns riesig für Dominic. Beim Debriefing am Abend blickten wir auf eine erfolgreiche Flugwoche zurück. Total happy gingen alle nach Hause. Für einige war nun das Fluglager leider bereits zu Ende. Für die anderen ging dieses am folgenden Montag weiter.

Erholt vom Wochenende kamen am Montag den 20. Juli wie üblich alle um 09:00 Uhr auf den Flugplatz. Für diese Woche standen zwei grosse Ziele auf der Prioritätenliste - der Solo-Flug von Michael Solentaler sowie der Solo-Flug von Herrmann Escher.

Am Dienstagmorgen war es für Michael bereits so weit. Nach einem erfolgreichen Checkflug ging es für ihn das erste Mal alleine in die Luft. Nach erfolgreichem Flug folgte während der nächsten Tagen für ihn die Umschulung auf den Einsitzer. Am Freitag kam auch für Herrmann sein grosser Solo-Flug-Tag – auch er mit Erfolg.

Leider verging auch die zweite Fluglagerwoche viel zu schnell und bereits standen wir alle wieder zum letzten Debriefing am Freitagabend bereit.

Im Namen von allen Flugschülern möchte ich mich bei allen Fluglehrern und Schlepppiloten, die sich für diese zwei Wochen zur Verfügung gestellt und sich super engagiert hatten, ganz herzlich bedanken. Es waren zwei tolle und unvergessliche Wochen für uns alle J.

 

Europameisterschaft in Öcseny Ungarn

15. August 2015; Guido Halter

Für mich war es die erste Europameisterschaft die ich mitfliegen durfte. Es ist vieles wie von Schweizermeisterschaften gewohnt, doch aber einiges etwas anders. Zum Beispiel das Wägen der Flugzeuge vor dem Wettbewerb, das pro Flugzeug etwa 45 Minuten Zeit in Anspruch nahm, dann die tägliche Wägung vor der Startaufstellung. Auch die ausgeschreibenen Aufgaben waren für mich eine Herausforderung, musste man doch einen 100er Schnitt hinlegen um bis zum Thermikende in Ziel zu sein. Es macht aber unheimlich Spass mit den weltbesten Piloten mitzufliegen und von ihnen zu lernen. Ich konnte sehr viel von der Abflugtaktik, Linienwahl und auch vom Endanflug profitieren.
Das Warten auf die Startlinienöffnung dauerte nicht allzu lange, da mit 4 Turbinen und einer Pony geschleppt wurde. Die Turbinen stiegen mit den 850 kg schweren Seglern und 38° noch mit ca. 7 m/s auf die 700m über Grund. Da kam ich als Selbststarter auch mit Thermikhilfe nicht mit.
Ich konnte mich von Tag zu Tag steigern und die Differenz zum Siegerschnitt reduzieren. Mein bisher schnellster Flug mit über 128 km/h machte mich richtig stolz. Es bestätigte sich wieder "was dich nicht fordert, bringt dich nicht weiter" und am meisten lernst du im Wettbewerb.
Interessant ist auch die Ausrüstung, die Hilfsmannschaft und der Aufwand den die Spitzenteams im Vergleich zu uns Schweizern betreiben. Die Deutschen zum Beispiel hatten einen Anhänger nur mit Ersatzmaterial dabei, mehrere Helfer, Trainer, Meteorologen und sogar einen Fanclub, der da Ferien machte. Auch die Organisation rund um den Wettbewerb ist nicht mit einer Schweizermeisterschaft zu vergleichen. Der Nationenabend, der ungarische Abend, der Grillabend usw. Es war an jedem Tag von 19 bis 22 Uhr etwas los.
Ich hoffe sehr, dass ich mich nochmals für eine EM qualifiziere.

Gleich im Anschluss an die EM fand der Klippeneck-Wettbewerb statt. Für mich war es schon die 7. Teilnahme. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite und gleich am ersten Tag gings mit 460 km rund um Stuttgart. Ich konnte viel von der EM mitnehmen und es gelang mir die Strecke mit über 124 km/h zu umrunden.
Ich irrte mich, als ich dachte besser kann das Wetter nicht mehr werden. Am letzten Tag wurden 370km im Schwarzwald ausgeschreiben. Beim Start sah es nicht besonders gut aus und es ging auch spät los. Aber er kam ganz anders. Die Basis schnellte rasch auf 3000m (max. erlaubte Höhe war 2850m) und der Abflug gelang sehr gut, bis zum Kirnbergsee ohne Kreis, dann bei einem 3m Bart an die Basis und zum Wendeort an den Schluchsee wieder ohne Kreis. Danach ging aber die Post erst richtig ab. Auf der Konvergenzlinie, die nur ein paar Grad vom Kurs abwich gings im Eiltempo ohne Kreis den Schwarzwald hoch bis ca. Langenbrand, wo ich einen 6m Bart nicht auslassen wollte. Zum Wendeort nähe Pforzheim und weider zurück nähe Schluchsee. Der letzte Wendeort lag leider in Gewiternähe und so musste ich einen kleinen Umweg fliegen.
Am Schluss lag der Schnitt doch ncoh bei über 143 km/h. Ein sagenhaftes, unbeschreibliches Gefühl. (Wer kreist hat verloren trifft für diesen Tag ganz sicher zu.) Das ist bisher mein persönlicher Rekord. Der Siegerschnitt lag bei 151 km/h. Nun bin ich auch ein Fan von Konvergenzlinien. Bin gespannt auf die Nächste.
Ich konnte den Wettbewerb auf Rang 2 beenden und bin zum ersten mal auch bei schnellem Wetter mit dabei. Ich bin sehr froh durfte ich an der EM mitfliegen, es hat mir sehr viel gebracht.

 

BFK 2015 Samedan

Herbert Stoffel und Lukas Thoma waren am Breitenförderungskurs in Samedan.
Hier findet sich ihr Erlebsnisbericht - Weil Bilder mehr sagen als 1000 Worte

4.Juli 2015; Daniel Gmür

Der "5-Stünder"

Der Flug im OLC

Wenn Jungpiloten der SG Säntis nach der Brevetierung mit Gruppenfliegern auf „Strecke“ gehen wollen, müssen sie einige Voraussetzungen erfüllen:

Dazu gehört u.a. der Besuch eines Theorieabends zum Thema Streckenflug, mindestens 20 Flugstunden nach der amtlichen Brevetierung und eben der „5-Stünder“.

Im Dauerflug von 5 Stunden wird (grob gesagt) der Nachweis erbracht, dass Jungpiloten nicht nur das nötige „Sitzleder“, sondern die fliegerischen, physischen und psychischen Voraussetzungen mitbringen, wie sie mindestens für Streckenflüge nötig sind.

Nach der Brevetierung vom 24. April 2015 war das mein nächstes Ziel.

 

Vorbereitung

Mehrere "2-Stünder" hatte ich bereits absolviert. Aber 5 Stunden sind mehr als 2 x 2.5 Stunden...

Für einen Dauerflug muss einiges zusammen passen:

Vor allem das Wetter. Das Studium einiger Spezialkarten zeigte, dass am 4.7.2015 die Voraussetzungen im Raum Voralpen/Bregenzerwald passen könnten. Der Entschluss war gefasst, es an diesem Tag zu versuchen. Trotz Hitzewellenwarnung des Bundesrates für die Niederungen - aber schliesslich fliegen wir etwas höher.

Richtig essen ist wichtig. In einem meiner letzten Flüge erlitt ich einen Hungerrast. Die Konzentrationsfähigkeit stieg reziprok zum Hungergefühl. Das sollte mir kein zweites Mal passieren. Ich entschied deshalb, frühmorgens ein leicht verdauliches Frühstück zu nehmen. Anstelle des Mittagessen präparierte ich ein deftiges "Birchermüesli" mit Bananen, Milch und Haferflocken. Das nahm ich kurz vor 11 Uhr ein. Traubenzucker steckte ich zur Not ins Hemd ein, frische Kohlräbli-Stengel im nassen Plastikbeutel sollten meinen Magen in der Luft beschäftigen (Merci Raphael für den Rohkost-Tipp!).

 

Die Flugplanung legte ich so fest, dass ich im Raum Laterns - "Hoher Freschen" fliegen wollte, notfalls auch im Appenzellerland. Beim "Hohen Freschen" stellte ich bei früheren Flügen fest, dass bei genügend Westwind und sehr guter Einstrahlung sich ein guter Effekt einstellt: Der Talwind wird dann über die Westflanke nach oben abgelenkt und erwärmt sich über dem nackten Fels noch zusätzlich. Sollte ich dort auf 3000 AMSL (above mean sea level) steigen, würde ich den Abflug an das "Breithorn“ wagen, so meine grobe Planung.

Die Flugpläne/Alternativen trug ich mir auf Schemaskizzen ein, mit zugehörigen Abflug-/Umkehrhöhen. Generell hoch bleiben, war schliesslich noch der feine Rat von Werner Rissi.

Damit war die Ausgangslage klar. Der Flug vorbereitet.

 

Der Flug

Schlepp-Pilot Peter Eigenmann zog mich mit unserer Maule flott ins Rheintal. Eine recht unruhige Luft bereits südlich von Walzenhausen zeigte zeitweise Steigen von rund 4.2 m/s im Schlepp an.

Auf einer Höhe von 2500 AMSL klinkte ich dann aus, trimmte meinen Astir CS auf 95 km/h und kreiste im grossen Bogen zuerst südwärts zum "Seeli" und danach zurück zum "Hohen Freschen". Kollege Stefan kreiste mit der Libelle bereits im Bereich zwischen "Hoher Kugel" und "Hoher Freschen". Schnurstracks hielt ich nach erfolgloser Suche beim Seeli auf die Stelle zu, stieg unten in den Thermikschlauch in gleicher Drehrichtung ein.

Erste Sicherheit machte sich breit – es zog.

Jeder von uns zog am Ende des Schlauchs weiter und spürte andernorts Aufwind. Die Sache war heute nicht ganz einfach, da keine Cumuli die Thermik zeichneten.

Schliesslich entpuppte sich der "Hohe Freschen" als verlässliches "Warmwind-Gebläse" – die Winde strömten den Berg wunderbar an, der Talwind heizte sich weiter auf. Oberhalb des "Freschens" fanden sich schon bald 1.5-2.5 m/s Aufwinde. Sie trugen bis auf 2500 AMSL, später noch höher.

Ab dieser recht steten Thermikquelle unternahm ich dann verschiedene „Ausflüge“ zu anderen Orten, suchte dort nach Aufwind, riskierte aber nichts. Das Tagesziel waren 5 Stunden und nicht grosse Strecken zu fliegen. Und: Eine Rückholaktion aus einer Aussenlandung wäre das Letzte gewesen, an dem die Bodentruppe bei 35 Grad im Schatten Freude gehabt hätte…

Nachdem Werner zu uns stiess, mit der DG 800 dann das Revier Richtung Prättigau verliess und Stefan mit der Libelle zum LSZR (Flugplatz Altenrhein) zurück kehrte, war ich nach gut 1 ½ Stunden auf mich allein gestellt. Eisern blieb ich ständig über 2000 AMSL und beobachtete, wie zwei Hohenemser Kollegen in tieferen Lagen um den Anschluss kämpften.

Die Sonne brannte unbarmherzig. Meinen weissen Sonnenhut wässerte ich regelmässig aus meinem 2 Liter Trinkbeutel, befeuchtete Nacken und Ohrläppchen. Keine Wolken, blauster Himmel mit einmal einem einzigen kleinen Wölkchen (das ich auf Foto bannte). Aber im Cockpit mit voll offenen Frischluftdüsen war das recht erträglich.

 

Wolkenthermik oder Abflug ins Appenzellerland?

Über Damüls entwickelten sich fette Cumuli. Es stieg die Versuchung, dort hinzufliegen. Die Basis lag dort vermutlich nahe an 3000 AMSL. Den "Freschen" reizte ich konzentriert komplett aus und stieg zweimal bis auf 2600 resp. 2750 AMSL.

Flog von dort ab und versuchte, zu den Cumuli zu gelangen. Allerdings brach ich die Versuche ab, als ich im Flug mit Blick auf Höhenmesser hochrechnete, auf welcher Höhe ich am "Freschen" wieder ankommen würde, wenn die Cumuli nicht zogen....

Die Wolken waren zu weit weg, nichts probieren, nichts erzwingen. Disziplin war nun alles, 5 Stunden – nix anderes zählt. Stattdessen gewann ich abermals, aber nur mühsam, Höhe am "Freschen". Deshalb nochmal Foto und flog dann via Rheintal in Richtung Appenzellerland ab.

Das Saufen über dem Rheintal war gehörig – mehr als erwartet. Keine „Thermikpfüpfe“, alles blau, nix war spürbar unterwegs. Schliesslich kam ich auf gut 1500 AMSL über Rebstein an. Hoppla, viel tiefer darf es nicht mehr gehen. Erste leichte Hebungen waren spürbar und zwei Nullerkreise liessen hoffen.

Vorsichtig zog ich weitere Kreise – hangwärts. Ja, da war die Thermik. Erst nur zaghaft und dann immer kräftiger. Schliesslich zeigte sich, dass um den St. Anton verlässliche Aufwinde standen. Dann begann der zweite Teil der Kreiserei. Mal direkt über dem Sendemast, mal im Rheintal, mal bei der Hochspannungsleitung – es zog, mal da mal dort. Und zwischendurch auch so, dass ich mental für einige Minuten abhängen konnte. Flache Kreise, entspannt rumgucken und 0-Schieber in Kauf nehmen.

Schliesslich mit leicht schmerzendem Hosenboden ein Blick auf die Uhr – was ? Immer noch eine Stunde. Ich ertappte mich, wie ich fortan alle 5 Minuten auf die Uhr guckte und merkte, wie die Konzentration schwand. Also nicht mehr auf die Uhr gucken. Flieg einfach, hab Spass – geniess die Aussicht!

Die schlechteste Idee an diesem Tag war, mich wegen des ziehenden Hosenbodens etwas schräg auf eine Backe zu setzen. Plötzlich schob ich wie ein Weltmeister im Geradeausflug und dachte, die Konzentration wäre dahin. Stattdessen war mein Augenhorizont nicht mit dem Flügelhorizont übereinstimmend. Rasch setzte ich mich wieder gerade hin, bis ich das allerdings merkte...

So – nun erlaubte ich mir wieder einen Blick auf die Uhr. Geschafft, das wird klappen. 16:45 Uhr und auf 2200 AMSL und es zog noch. Der 5-Stünder ist im Sack! Fortan kurvte ich genüsslich in der Luft, schoss einige Fotos. Dann heimwärts Richtung Heiden, lotste unterwegs nochmals einen Schlauch aus und meldete mich beim Tower. Saubere Meldungen absetzen, Rad raus, Flugverkehr beobachten, mithören. Dann den "Downwind" extra für eine auf Grass 28 landende Piper verlängert und schliesslich sicher aufgesetzt.

Yeah! 5 Stunden 45 Minuten in der Luft, gefühlte 750 Kreise gedreht. Aber - geschafft, gesund und glücklich am Boden und schon bald die Glückwünsche meiner Kameraden empfangen.

Ein tolles Gefühl! Den 5-Stünder im Sack!

 

Daniel Gmür

24. April 2015; Maurus Mäder

Um 8.30 traf der Experte auf dem Flugplatz ein. Kurz zuvor hatten wir nochmals all unsere Formulare geprüft, damit auch ja nichts fehlen würde. Nach der Begrüssung befassten wir uns mit dem Briefing für den heutigen Flugtag. Abwechslungsweise, stellte der Experte uns Prüflingen Fragen zum Wetter, speziellen Vorkommnissen rund um den Flugplatz und auch spezifische Fragen zum Flugzeug, mit welchem wir gleich zur Prüfung starten würden. So durften wir unsere theoretischen Kenntnisse noch vor der praktischen Prüfung unter Beweis stellen. Zum Glück haben wir den Papierkram richtig ausgefüllt und so stand dem ersten Start auch nichts mehr im Weg.

Ich war als Erster an der Reihe. Noch am Boden wollte der Experte sehen, ob ich alle Vorflug-Checks im Flugzeug richtig durchgehen kann und ja nichts vergessen würde. Beide absolvierten zwei Flüge, damit der Experte einen möglichst guten Einblick in unsere aviatischen Fähigkeiten bekam.
In der Luft flogen wir einen zuvor am Boden besprochenen Ablauf, der wichtige Fähigkeiten eines Segelflugpiloten prüft. Dazu gehören z.B das Fliegen nach Kompass oder das Erkennen der Signale eines Strömungsabrisses. Zum Schluss jedes Fluges gehörte natürlich eine Ziellandung in einem markierten Feld.

Gross war die Freude, als uns der Experte nach unseren Flüge mitteilte, dass wir beide bestanden haben.

Als der Segelflieger und die Schleppmaschine wieder versorgt waren, hielten wir noch ein Debriefing ab, in dem wir die Flüge nochmals durchgingen und unsere Leistung selbst einschätzen mussten.

 

Wir waren von unseren Fluglehrern sehr gut vorbereitet worden und meisterten deshalb die Prüfung ohne Probleme.

In Zukunft will ich versuchen meine fliegerischen Fähigkeiten weiter zu entwickeln und mich an schwierigere/längere Flüge heranzutasten.

24. April 2015; Daniel Gmür

Brevet  ! 

Im deutschem Duden heisst es zu Brevet:

  1. kurzer Gnadenbrief des französischen Königs (mit Verleihung eines Titels)
  2. Schutz-, Verleihungs-, Ernennungsurkunde (besonders in Frankreich)

Von wegen Gnadenbrief! Und König! Wenn schon Sailplane Licence und EASA, also jene europäische Behörde, welche selbstverständlich über jedem König der Welt und unserer Bundesverfassung steht!

Doch alles der Reihe nach.

Am 11. April teilte Guido Halter beim Debriefing Maurus und mir mit, dass wir aus Sicht der FL/CPL die Prüfungsreife hätten. Guido erklärte sich bereit, einen Prüfungsexperten, mögliche Termine für die praktische Segelflugprüfung, einen Schlepp-Piloten und den Prüfungstag zu organisieren.

Experte
Als Experte fand sich Peter Schäuble. Peter (Pepe) hat eine eindrucksvolle Aviatik-Karriere vorzuweisen: Seit längerem ist er Vorstandsmitglied des SFVS (Segelflugverband der Schweiz), ist Fluglehrerausbildner, aktiver Airliner - Captain, war früherer Militärpilot und über 10 Jahre Staffelkommandant der Milizstaffel 14. Ausgerechnet Militärpilot dachte ich mir, niemand fliegt präziser und konzentrierter als unsere Militärpiloten!

Angesichts dieses Palmarès schlug die Bewunderung für Pepe alsbald in eine gehörige Portion von Respekt um.

Vorbereitung
Plötzlich erinnerte ich mich daran, dass ich dieses Frühjahr zwar mehrfach herrliche Thermikstunden ausfliegen konnte - allerdings immer nur auf dem agilen Astir. An unserem herrlich bequemen, aber nicht ganz so beweglichen "three-two-niner-five" (Orion DG505) konnte ich meine diesjährigen Flüge an einer Hand abzählen.

Guido und der allmächtige Rückseitenwettergott boten am 18.April Maurus und mir Hand, nochmals einige Trainingsflüge auf dem "Orion" zu machen. Die Bedingungen waren zwar nicht einfach: über 800 AMSL (above mean sea level) teilweise kräftige, ruppige Nordwinde und im Laufe des Nachmittags Thermik.

Abends aber blieb die Ernüchterung: die  45°-Achten könnten sauberer sein und der "Orion" ist mit seinen 20 m Flügelspanne doch ein bisschen träger als unser Astir CS. Die Seitenruder früher, etwas kräftiger und abgestimmter zum Querruder bedienen. Skepsis beschlich mich und deshalb trainierte ich in den Folgetagen mental.

Der Tag "X"
Er nahte. Und zwar wahnsinnig schnell. Ebenso schnell wie sich das Hoch in Mitteleuropa ausbreitete. Am Donnerstag stand fest: Der Freitag wird ein 12 Stunden Sonnenscheintag, mit wenig Wind.

Dann war es soweit. 07:45 waren die Hangartore offen. Das Schleppflugzeug „CharlieEcho“ kam an die frische Luft und der "Orion" wurde vorbereitet. Papiere kontrolliert, Vorflugkontrollen gemacht und schon um 08:15 stand unsere DG 505  nahe der Piste 28 Grass bereit.

Dann kam Pepe. Nach der Begrüssung wurde ein erster Teil administratives erledigt. Danach hatten wir Pepe Auskunft über den "Orion", das Wetter, die Platzvolten zu geben und zwar sehr ausführlich. Maurus und ich hatten je eine "gefühlte halbe Stunde" Red und Antwort zu geben.

Peter erläuterte uns den Ablauf:

Es wird für jeden von uns 2 Flüge geben.

1. Flug: Platzrunde mit Ziellandung (Eingewöhnung und Nachweis: kein Eingriff des Experten)

2. Flug: Heiden 1500 AMSL mit Prüfungsprogramm und Ziellandung

Bereits vorher war unser Präsident Simon Jäger, Motorfluglehrer und Schlepp-Pilot eingetroffen. Alle Checks waren durchgeführt und schon stand der "CharlieEcho" „ready for departure“ vor dem "Orion".

 

Die Flüge
Maurus ging als Erster in die Luft. Er kam sauber weg und flog schnurgerade im Schlepp. Schon wenige Minuten später landete er den "Orion" - und zwar bilderbuchmässig im Ziellandefeld.

Dann ein längeres Briefing auf dem Feld für den zweiten Flug. Und schon wieder zog das Schleppgespann weg. Und kam 27 Minuten später zurück - wieder mit guter Landung innerhalb des Ziellandebereichs. Zwei Jahre Schulung eingedampft auf eine halbe Stunde und 2 Flüge!

Pepe gratulierte nicht und verwies auf das Debriefing.

Dann war's an mir. Meine Konzentration pendelte zwischen Transpiration und nervöser Anspannung. Start, Schlepp, ausklinken und dann in den Abbauraum, abkreisen über der ARA, Downwindmeldung an den Tower, Downwind, Kurve, Base, Endkurve, Final, Landung. Die Anspannung wich der Gewissheit: Doch es geht!

Dann ein ausführliches Briefing vor dem zweiten Flug.

Der zweite Flug: Wesentlicher entspannter nahm ich den "Orion" auf das Hauptrad und hob sanft vom Boden ab. Raus über den See und 270 Grad Kurve nach Heiden. Erstmals genoss ich den Flug, kommentierte Flugverkehr, Windrichtung und die sichtbare Inversionslage.

Dann wünschte Pepe den Knüppel im Schlepp. Und eh ich mich versah steuerte er schnurstracks runter auf Position 5 Uhr unterhalb des Propellerstroms. Da unten: "Your control!". Und wenig später war ich wieder in normaler Schleppfluglage hinter der Schleppmaschine.

1500 AMSL bei Heiden - ausklinken, 2x nachklinken. Dann kreisen gefolgt von 4 Übungen zum erkennen und ausleiten heikler Fluglagen. Stall (Strömungsabriss), geradeaus/in starker Steigfluglage, abschmieren in Steilkurve links und rechts (Strömungsabriss in den Kurven). Fallweise leitete Pepe die Manöver ein und wir Kandidaten hatten innert Sekundenbruchteilen auf Kommando zu übernehmen und zu retablieren!

Es folgten 7 Übungen mit Richtungsflügen nach Kompasskursen oder nach Geländepunkten - höchste Konzentration beim Ausleiten auf den neuen Kurs.

Schliesslich zum eigentlichen Thermik-Fliegen: Kreise fliegen, 30 Grad, 45 Grad Steilkreise, Achten fliegen. Diesmal passte die Acht.

Dann das Kommando: "Ok, Übungen abgeschlossen, der Rest liegt bei dir". Ich entscheide gemütlich zu fliegen und baue Höhe Richtung St. Margrethen ab, kehre zurück. Dann wird die Turmrequenz eingestellt. Aus dem Funkverkehr erfahre ich die herrschenden Bodenwinde auf der Piste und höre ich wie sich eine Mot für die Landung auf der Hartbelagpiste 28 anmeldet. Schliesslich setze ich meine Meldung ab und fliege via Golf ein. Abkreisen, Downwindmeldung, die Freigabe zur Landung. Dann schon der Final - ausrichten auf die Pistenachse mit etwas flachem Gleitwinkel - aufsetzen - ausrollen  bis zum Stillstand und der linke Flügel legt sich.

Von Pepe keine Gratulation, nur der Verweis auf das Debriefing.

Dann steigen wir aus. Und schliesslich meint Pepe doch: "Ihr könnt den Flieger in den Hangar ziehen".

Ich werde 40 Jahre jünger und Maurus und ich grinsen einander an, wie zwei 10 jährige Schulbuben! Geschafft, high five klatschen wir uns ab.

 

Debriefing

Dann folgt das ausführliche Debriefing. Man merkt Pepe an, dass er das hunderte Male mit höchster Professionalität gemacht hat. Er will zuerst unsere Einschätzung hören - was war OK, wo nicht, wie gingen wir mit der Anspannung um. Er spart nicht mit Lob, bestätigt oder ergänzt unsere Kritiken, gibt Hinweise. Ein höchst lehrreiches Debriefing: analytisch, sachlich und Orientierung gebend. Schliesslich haben wir die Gewissheit: ja wir haben beide bestanden. Die von Pepe attestierten "Reserven" möchte ich künftig gerne in den Streckenflug investieren - peu à peu. Schliesslich merkte Pepe auch an, dass er von der SG Säntis als Schulungsbetrieb einen sehr guten Eindruck habe, das habe sich auch an der Vorbereitung und heute hier im Ablauf gezeigt.

Dank
Bis Maurus und ich soweit waren, haben viele SGS-ler Beiträge geleistet und ihre Zeit für uns investiert. Ganz herzlichen Dank! Wir hoffen, der SG Säntis etwas davon zurück geben zu können. Give and take, vice versa.

Ein spezieller Dank geht an Pepe, Simon und Guido. Die Organisation eines solchen Anlasses braucht enorm Zeit - in der Vorbereitung, der Durchführung und in der Nachbereitung. Im Nu entstünde in der Privatwirtschaft ein Aufwand von einigen Tausend Franken - aber unser Sport (über-) lebt nur darum, weil solches unverrechnet bleibt und mit gemeinsamer Begeisterung aufgewogen wird. Diesen Geist tragen wir gerne mit und fliegen dem nach - künftig als Piloten.

Daniel Gmür, brevetierter Segelflugpilot

15.Juni 2014; Pius Stolz

Lager Feldkirchen

Meine Anreise am Pfingstsamstag nach Feldkirchen tat in zweierlei Sicht weh: Stau ohne Ende auf der Tauernautobahn Richtung Süden (man hätte es ja wissen müssen!) und das auch noch bei schönstem Kumulus-Wetter. Beinhart für einen Segelflieger! Nach 11 Stunden Fahrt dann endlich Ankunft im Kärntner Segelflug-Mekka wo wir das Flugfeld in der Woche fast für uns alleine haben.

Guido mit Susi und  Dominik Mauchle von der Ragazer Fluggruppe sind schon vorab angereist und haben bereits am Freitag ihre ersten 500-er Flüge geniessen können. Ab dann gab’s jeden Tag nur noch Prachts-Segelflugwetter, sodass sie weitere 500-700km Strecken buchen konnten. Ich bin mit meinem ersten Flug über 300km gleich am ersten Tag auch mächtig stolz und dabei sollte es auch nicht bleiben. Langsam erweitere auch ich meinen fliegerischen Horizont und lerne neue Fluggebiete kennen. Das stetige Trichterfliegen lasse ich mehr und mehr hinter mir.

Wegen der ausgedehnten Flüge hat es bisher noch nie zu einem Grill-Happening der Marke Selbstgemacht gereicht. Aber selbstverständlich kommen wir mit der Kärntner Küche voll auf unsere Kosten. A propos Kosten: Hier kennt man noch erschwingliche Preise.

Donnerstag ist Ruhetag, denn das schwül-heisse Wetter musste sich mal wieder in einem Donnerwetter niederschlagen. Eine Gelegenheit, die abwechslungsreiche Kärntner Seenlandschaft von unten kennen zu lernen. Hoffen wir noch auf ein paar Thermiktage, vor allem für den Alpe Adria Segelflugcup der am Sonntag starten und bis zum 21. Juni dauern wird. Drücken wir unserem HU-Team die Daumen.

11. Mai 2014; Fabian Schefer

Kaum hat die Saison richtig begonnen, ging es auch schon wieder an den ersten Wettbewerb dieses Jahres. Die JSM Birrfeld startet nach der unglücklichen Wettersituation im letzten Jahr ihren zweiten Versuch. Bereits früh war ersichtlich, dass die Bedingungen dieses Jahr bereits am ersten Wettbewerbswochenende, jene aus dem letzten Jahr in den Schatten stellen werden. So konnten wir am ersten Wertungstag eine kleine, aber trotzdem eine anspruchsvolle und interessante Aufgabe fliegen.

Die AAT-Aufgabe führte mit 2h 30min Aufgabenzeit vom Birrfeld an den Chasseral (25km Wendeareal) anschliessend nach Muri unterhalb vom Flugplatz Buttwil (15km Wendeareal) zurück via Einflugpunkt Chärnenberg ins Birrfeld.

Bereits im Schlepp war klar, dass diese Aufgabe, aufgrund der Wetterbedingungen, sehr schwierig zu erfüllen sein wird und dass das primäre Ziel das Vermeiden einer Aussenlandung sein wird. Vor der Startlinie war es wichtig die kostbare Höhe aus dem Schlepp zu halten. Da auf den Nachmittag eher schlechtere Bedingungen prognostiziert waren, musste möglichst schnell nach der Startlinienöffnung abgeflogen werden. So flogen wir in einem mal grösseren, mal kleineren Pulk gegen Westen Richtung erste Wende. Bereits kurz nach Olten fanden wir uns allerdings tief unter den Jurakreten wieder. Spätestens da wurde mir klar, dass die Aufgabenzeit eine wohl sehr untergeordnete Rolle spielen würde. Zusammen mit Simon Gantner und Sven Sprunger aus Winterthur gelang es aber überraschend schnell die verlorene Höhe wieder zu gewinnen. Dies sollte dann für längere Zeit der letzte thermische Aufwind gewesen sein. So glitten wir zu dritt unter bedecktem Himmel weiter gegen Westen, wobei die Aussenlandung unvermeidbar schien. Auf ca. 1000müM angekommen begann dann endlich der Hangaufwind des Juras zu greifen. Das Segeln in der Bise vom vergangenen Wochenende sollte sich als wertvolles Training auszahlen. Dank des Hangaufwinds erreichten wir den ersten Wendekreis, welcher nur angekratzt wurde, da sich die Bedingungen weiter westlich immer mehr verschlechterten. Danach ging es wiederum im Hangaufwind zurück. Ein Pulk, welcher am Hang Achten flog, verleitete mich ebenfalls dazu. Da das Steigen mit fünf oder sechs Flugzeugen am Hang sehr überschaubar war, entschieden Simon und ich weiter zu fliegen. Dies sollte die beste Entscheidung des Fluges werden. So fanden wir kurz nach diesem Hang einen thermischen Aufwind, welcher uns endlich wieder auf eine akzeptable Operationshöhe beförderte. Dank der guten Kommunikation untereinander konnte Sven kurz nach uns ebenfalls in den Aufwind einsteigen. Danach lief es nach einer kurzen Baisse, bei welcher ich die anderen beiden verlor, wie geschmiert. Ein Aufwind folgte dem anderen und der zweite Sektor konnte noch überraschend weit ausgeflogen werden.

Als Fazit folgte der tolle zweite Tagesrang mit einem Rückstand von nur einem Punkt. Dies entspricht nur knapp 500m Strecke. Ebenfalls war es sehr spannend eine so grosse Strecke im Hangaufwind des Juras zurückzulegen und eine Aufgabe zu erfüllen, von der ich eigentlich von Beginn weg dachte, sie sei zum Scheitern verurteilt.

Der zweite Wertungstag wurde Wetterbedingt neutralisiert.

Flug

 

 

Dienstag 6. Mai 2014; Ein Flugschüler

Vormittag

Für die Steiner Schule Winterthur hat Markus Hösli Wochen zuvor, aber mit sicherer Hand einen prächtigen Vormittag ausgesucht. Bei strahlendem Sonnenschein, angenehmen Temperaturen und leichter Brise trafen die Lehrer und SchülerInnen der achten Klasse um halb neun bei der SG Säntis ein. Markus bot den Schülern und Lehrern einen Schnupperflug an. Der Flugstil konnte aus 2 Kategorien gewählt werden: „ruhiger Flug“ oder „Turnübungen am Himmel“. Nicht nur Mädchen wählten die Turnübungen…Erwartungsfrohe Lehrer fragten zudem gleich nach, ob sie für einige Sekunden auch den Knüppel führen dürfen.

Armin und Othmar übernahmen den Windenbetrieb, vier Flugschüler sorgten für den Funkverkehr und die Betreuung/Organisation am Boden.

Armin und Markus sind ein eingespieltes Windenstart-Team. Höhen von 760 AMSL waren die Regel. Dank den präzisen Landungen wurde kein einziger "Rückholer" nötig. Derart speditiv, aber sicher wurden bis zum Mittag fast 30 Flüge absolviert. Manches Schülergesicht hatte beim Einstieg noch einen skeptischen Blick – nachher strahlten sie alle. Alles in allem herrschte eine tolle und dennoch disziplinierte Stimmung.

Der gelungene Vormittag fand am Mittag seinen Abschluss bei Brot, Wurst und Getränken. Für die hochwillkommene Verpflegung sorgte Hans am Grill. Aus vielen Fragen und Gesprächen mit unseren Gästen zeigte sich nochmals die Faszination für das lautlose Fliegen.

An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass auf Begehren von Pius der Airport auf die Landegebührenverzichtet - als Geste an die SGS für die Nachwuchsförderung und hoffentlich kein Einzelfall.

Schliesslich stieg Markus am Nachmittag nochmals in den "Orion" und ermöglichte -als Dank für deren Hilfe- den Flugschülern noch einige Trainingslandungen. Das Carnet Hösli durfte so an einem Tag fast 40 weitere Landungen verzeichnen.

Der Anlass war in jeder Hinsicht dank perfekter Organisation durch Markus allerbeste Werbung für unseren Sport und zeigte eine eingespielte SG-Säntis-Crew.

En Flugschüeler

14. August 2013 ; Richard Grabher

Streckenfluglager Schänis 27.7 – 2.8.2013

Am Freitag um 16 Uhr war Briefing in Schänis. Angespannt fuhr ich um 14 Uhr von Altenrhein aus mit unserm Arcus am Haken ins Glarnerland. Am Abend halfen mir die Kollegen den Arcus aufzubauen und flugfertig zu machen.

Übernachtet habe ich die ganze Woche in einem Wohnwagen auf dem Flugplatzareal.

Dank dem guten Briefing jeweils am Morgen wurden wir gut auf den kommenden Flug vorbereitet. Ansonsten denke ich, hätte ich nicht schon am ersten Tag die Strecke bis zur Madrisa geschafft. Für mich war dies ein riesiges Erfolgserlebnis. Aber immer im sicheren Bereich. Ich wusste immer, welche Abflughöhe ich einhalten musste, um sicher nachhause zu kommen.

Am Sonntag hatten wir Föhn. Wiederum wurden kurz die Merkmale des Föhnfliegens in der Theorie am Briefing besprochen. Mit Werner hatte ich einen guten Copiloten an Bord, der das Gebiet und auch die Wellen kannte. Also kämpften wir uns in Weesen am Walensee im Rotor in die Höhe, um genügend Operationshöhe zu haben, um nach Elm zu fliegen. Dort wartete die grosse Welle, welche uns bereits auf 4‘500m brachte. Am Funk hörten wir immer wieder, wie die Kollegen keine Freigabe von Zürich Info erhielten. Nachdem wir von Elm über den Walensee zum Säntis und zurückgeflogen waren, versuchten wir unser Glück in der Welle über Landquart. Dort angekommen fragte ich am Funk Zürich Info um Erlaubnis, um auf 5‘500m steigen zu können. Dank dem Transponder an Bord durften wir aufsteigen. Das war ein Glücksgefühl wie ein Jetpilot auf 5‘200m mit Werner in der Welle zu reiten.

Am Montag war schlechtes Wetter und Theorie angesagt.

Am Mittwoch durfte ich mit Adi einen gemeinsamen Flug zum Piz Linar machen. Ich habe wieder einige neue Ansichten und Taktiken kennen gelernt bei ihm.

Am Freitag war ein weiteres Highlight angesagt. Dank Rolf durfte ich den Arcus von Schänis nach Altenrhein überfliegen. Rolf kam extra mit dem Zug nach der Arbeit nach Schänis, um den Hänger zurück zu fahren.

Ich hatte eine geniale Woche erwischt, einerseits vom Wetter wie auch mit den Kollegen in Schänis, welche am Lager teilgenommen hatten. In guter Erinnerung werden mir auch die hilfsbereiten Menschen auf und neben dem Flugplatz bleiben.

Ein herzlicher Dank gilt den beiden Fluglehrern Adrian Müller und Stefan Neyer, die uns das Segelfliegen auf spannende Weise näher gebracht und sicherer gemacht haben.

Ich kann jedem jungen Piloten einen solchen Kurs empfehlen.

Richard Grabher

7. August 2013 ; Halter Guido

Das Trainingslager und der anschliessende Wettbewerb auf der Klippeneck war dieses Jahr von gutem Segelflugwetter verwöhnt. Wir konnten an mehreren Tagen rund um Stuttgart fliegen und Strecken über 600km zurücklegen. Ideale Bedingungen um sich wieder ans Flachland zu gewöhnen und am Tempo für den Wettbewerb zu arbeiten.

Wir bekamen auch Besuch aus Bad Ragaz. Roman Stutz, Heini Gassner und Andreas Kalberer flogen zu uns und am nächsten Tag wieder nach Hause. Super !!

Auch der Umgang mit den Instrumenten musste geübt werden, vorallem von Piloten die normalerweise keine Aufgaben ausschreiben. Dank der Bedienungsanleitung und einem Stuhl gelang auch dies.

Der Wettbewerb war mit 78 Flugzeugen wieder gut besetzt. In nur 70 Minuten war das ganze Feld in der Luft. 9 Schleppmaschinen und ein paar Eigenstarter machten dies möglich. Die Stimmung war wie das Wetter und das Rahmenprogramm war abwechslungsreich.

Zwei Wochen die riesig Spass machten, viele Flugstunden ermöglichten und auch der gemütliche Teil nicht zu kurz kam.

Ranglisten vom Wettbewerb

 

 

14. Juli 2013 : Rolf König, Barbara Bosshard, Richi Grabher

Letztes Wochenende rund um und in der Kontrollz-o(h)ne  Friedrichshafen

In der Zwischenzeit haben wir uns eigentlich recht gut mit dem Start auf dem Hartbelag arrangiert. Mit unserem „kleinen Flieger“ versuchten wir am Samstag Guido nachzueifern-leider nur für kurze Zeit, dann war er uns mit seinen langen Ohren 100m weiter oben ab und davongeflogen. Mein Schlauch zog nicht mehr und so musste ich ihn ziehen lassen, da die Angelegenheit für mich „zu tief“ erschien. Ich hatte aber weiterhin Gelegenheit, dies bis auf die Schwäbische Alp zu üben. Wir kämpften uns, für uns auf ungewohnten Höhen, zwischen Friedrichshafen und Memingen durch, wobei uns die Kontroller sehr hilfreich unterstützten und uns in die TMZ‘s einfliegen liessen. Ev. half auch das Teil, das uns für sie  „sichtbar“ machte…….. Irgendwann waren wir dann auf der Alp angelangt und weil es merklich besser wurde, bescherten wir dem Flugplatz Klippeneck einen Ueberflug. Eigentlich wäre es noch bis zum Geburtshaus von unserem Flieger gegangen, aber aus zeitlichen Gründen musste der Rückweg angetreten werden. So genossen wir noch eine wenig den Untersee von oben, was man ja auch nicht alle Tage von Altenrhein aus machen kann.

Leider mussten wir (Barbar und Rolf) dieses Mal bei Guidos Festessen am Abend aus familiären Verpflichtungen passen. Aber danke nochmals für die Einladung und Organisation und den Zustupf in die Jungfliegerförderungskasse. Wegen meinem schlechten Gewissen, habe ich auch noch was dazugegeben………

Am Sonntag waren wir (Richi und Rolf) nochmals in der Luft. Wiederum ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Kontroller, der uns einfliegen liess und uns die Insel Lindau zum Überflug frei gab. Sehr schöne Aussicht !!! Dank der „Turmbesetzung“ aus Altenrhein konnten wir den direkten Weg über den See antreten. Auch in Altenrhein konnten sie uns „sehen“ und feststellen, dass wir uns nahe (für sie zu nahe)  an der CTR anmeldeten. Na ja man lernt halt nie aus………. Es hat trotzdem viel Spass gemacht!

 

10. Juli 2013 : Pascal Turnell

Mein erster 50km Flug

Als ich meinen Wagen beim Flugplatz in Richtung Hangar lenke, können es meine müden Augen kaum glauben: 30 min. vor Briefing ist der Parkplatz beim Blechgebäude, bis auf ein paar wenige Lücken, voll besetzt. Die grossen Tore sind bereits geöffnet und meine Kollegen bewegen sich wie fleissige Ameisen auf dem Teerplatz hin und her.

Erst gestern konnte unser Wetterfrosch die Freigabe der Piste verkünden. Noch vor 6 Tagen war diese im Besitz von Entenfamilien, welche sich die Bäuche mit abgesoffenen Würmern vollgeschlagen haben. „Mmmmmh den Bauch vollschlagen“, genau das wollte ich in den 30min bis zum Briefing noch tun, aber stattdessen reihe ich mich in die Ameisenkette ein und beginne damit, Flugzeuge und Material bereit zu stellen.

Auf der anderen Seite sind die Privatpiloten bereits dabei ihre Maschinen zu präparieren. Jeder hilft dem anderen die Flügel zu montieren, die Flächen zu kontrollieren und die Instrumente mit den neusten Daten zu versorgen.
Dieses Schauspiel ist immer wieder faszinierend: wie die Flieger in Reihe und Glied stehen, die Tragflächen sich kreuzen und einander trotzdem nicht berühren.

Mein Ziel ist es heute, nach Klosters zu fliegen und somit meinen ersten 50km Flug zu absolvieren. Die Vorbereitungen sind getroffen, die Karten und Aussenlandefelder studiert. Doch wird mein Studium der Landschaft ausreichen, den Weg aus der Luft zu finden?
Ein flaues Gefühl im Bauch macht sich breit. Ich prüfe mit meinen Kollegen nochmals, ob ich wirklich alles im Kopf gespeichert habe und bekomme bereitwillig all meine Fragen beantwortet. Dies beruhigt mich ein wenig.

9:00 Uhr: Breefing. Alle stehen im Kreis, teilweise nervös hin und her schwankend, trotzdem voller Vorfreude. Unser Wetterfrosch bestätigt, was alle am Morgen aus den Federn gelockt hat: Das muss DER TAG werden am Ende dieses Frühlings. Hohe Basis, gutes Steigen, früh beginnende Thermik…. „Früh beginnende Thermik“…. Spätestens jetzt sind ALLE nervös am hin und her zappeln. Die Befürchtung eines Piloten, dass es dafür auch früh zu regnen beginnt, wird energisch mit meteorologischem Fachwissen dementiert. Doch trotzdem bleibt dieser unbequeme Gedanke allen Piloten im Hinterkopf. Die Strecke nochmals umplanen oder doch den angepeilten Plan anstreben? „Plan ist Plan“, denken sich die meisten und versuchen, diesen auch durch zu ziehen.

Die Flieger werden verteilt und dann das: Kurt klärt alle über meinen Plan, des „50iger“ auf…. Mein Puls steigt und meine nervösen Blicke verraten mein flaues Gefühl im Bauch, welches bis vor 2 Sekunden schon fast wieder verschwunden war.

Dann geht es schnell. Alle Flieger werden ausgeräumt und auf dem Vorplatz bricht das Chaos aus. Jeder möchte zuerst auf der Graspiste sein, um den richtigen Startzeitpunkt ja nicht zu verpassen. Ein Dirigieren dieses unharmonischen Orchesters ist nicht mehr möglich. Der Jeep zieht Flugzeug um Flugzeug auf die Piste raus, die Eigenstarter werfen ihre Motoren an und die erste Maschine ist bereits 50 min. nach Breefing in der Luft.

Auch ich hab mich auf der Graspiste bereit gemacht: Fallschirm angezogen, Sonnenbrille und Hut sind montiert. Alles was ich brauche ist im Cockpit verstaut und jederzeit griffbereit.

Kurz vor meinem Start landet die „Super Conny“ auf unserem Flugplatz und ich bilde mir ein, dass sie zu meinen Ehren hier ist und mich nochmal zu meinem Vorhaben ermutigt!

Dann gibt die Maule Vollgas, nur kurz nach dem Anrollen hebt meine Astir ab und ich fühle mich pudelwohl. Die unsicheren Gedanken vor dem Start sind verschwunden. Nach einem schönen Kreis über dem See, fliegen wir über das Appenzeller-Vorderland in Richtung hohe Kugel. So früh werde ich dort keine Thermik finden und so lasse ich mich noch ein paar hundert Meter weiter ziehen, bis ich das Schleppseil ausklinke und mein Flug auf einmal leiser wird. Mit eingezogenem Fahrwerke segle ich in Richtung nächste Wolke. Ein zaghaftes Heben und ein Piepton am Vario verleitet mich zu einer Kurve… „zu früh“. Gleich danach setzt das Sinken ein und ich ärgere mich. „Noch einmal etwas suchen“, denke ich mir, doch im selben Augenblick springt der Zeiger des Varios auf 3m/s. Ich drehe steil nach links ein und finde mich in einem schönen Schlauch auf dem Weg nach oben. Erst jetzt merke ich, dass meine Anspannung wieder voll da ist. Aus dem Lautsprecher hinter mir höre ich die Stimmen der vor mir gestarteten Piloten. 3m Schlauch, 2m Schlauch, 4m Steigen… HAMMERTAG!!!
Ich bekomme Mut und bin mir sicher, dass heute mein Plan aufgehen kann. Mein Flug geht weiter Richtung Furkapass. Dort drehe ich auf 2800m auf….. „Was?“ denke ich… „2800m: SUPER!“. Ich überquere das grosse Walsertal und lass mich auf 3000m in die Höhe tragen! Bei jedem Kreis kann ich den Startplatz der Gleitschirmpiloten von Schnifis sehen. Die farbigen Tücher liegen auf der saftig grünen Wiese und schwingen sich nach und nach in die Luft.

„Aufpassen“, heisst es nun. Die Gleitschirmflieger sind bekannt dafür, ab und zu aus Spass in die Wattebäuschchen über mir einzutauchen. Nicht auszumalen was bei einem Zusammenstoss alles passieren könnte.

Im Funk höre ich, dass Kurt und Paul auch in der Luft sind. Sie haben mir am Boden versprochen, mir den Weg zu zeigen, falls ich mir nicht sicher bin, da sie sowieso auch in diese Richtung fliegen wollen. Dieses Backup veranlasst mich, auch weiter zu fliegen, da ich die Orientierung bis jetzt ohne Probleme halten konnte.

Auf 3000m geht es weiter Richtung Arlberg Schnellstrasse, welche nicht zu übersehen ist. Nun sind auch Kurt und Paul bei mir und ich freue mich über das gute Zureden der beiden.

Wenn man die beiden kennt, fragt man sich immer wieder, was die zusammen besprechen im Cockpit.

Auf jeden Fall ist der Janus etwas unter mir angekommen und ich kann die beiden durch die Plexiglasscheibe erkennen. Die beiden anderen Segelflieger in unserem Schlauch, drehen in der gleichen Richtung mit und es kommt mir vor, als ob die Flieger ganz von alleine ihren eigenen Tanz aufführen.
Doch dann, als ich wieder einmal durch die Plexiglasscheibe des Janus schaue, traue ich kaum meinen Augen … Da sitzt doch tatsächlich der Kurt mit einem Bambusstock hinter Paul und haut ihm auf die Rübe. Und das nur weil er einmal aus der Thermik geflogen ist. Zum Glück kann sich Paul nicht umdrehen, dieser ungleiche Kampf wäre wohl nicht zu Gunsten unseres Cheffluglehrers ausgegangen.

Dieser heiklen Situation kehre ich lieber den Rücken und fliege weiter über das Montafon, Richtung Schweizer Grenze. Der kleine Hunger hat mich auf die Suche nach dem Brot und den Minipics gemacht. Links im Fach finde ich diese dann auch, der Blick über den linken Flügel ist atemberaubend. Auf 3200m sehe ich den Arlberg und das Engadin. Die Gegend wirkt menschenfeindlich. Verschneite Gipfel und schroffe Felsen spiegeln sich wie in einem schwarz-weiss Film, nur der blaue Himmel gibt mir die Gewissheit, dass ich nicht in einem alten Streifen gefangen bin.

Der Janus hat mich längst überholt und kreist kurz vor Klosters in die Höhe. Die Stimme von Kurt am Funk verabschiedet sich und gratuliert mir zum Erreichen des Wendepunktes. Ich überquere aber noch die Talseite und drehe erst bei der Weissfluh mit Blick auf den Davosersee um.

Praktisch auf dem gleichen Pfad zurück, stehen die Schläuche immer noch am gleichen Ort wie 2h zuvor und so komme ich zügig voran.

Nachdem ich den Abflugpunkt wieder erreicht habe und somit die Aufgabe erfüllt ist, kann ich das Rheintal mit über 3000m Abflughöhe überqueren und peile den Hohen Kasten an. Mein IGlide sagt mir, dass ich mit 350m über Gipfel ankommen werde - und es hat recht behalten. Schon ziemlich verschwitzt und etwas müde, gleite ich über das Appenzellerland von Appenzell bis nach Heiden. Viel Höhe habe ich nicht mehr, da ich meinen Abschluss des Tages am Säntis machen wollte, dies aber aufgrund der tieferen Basis nicht mehr gereicht hat.

Funk auf Platzfrequenz gewechselt, ich melde die Höhe und Position und erbitte um Einflug in die CTR. Als ich den Platz überfliege, sehe ich wie die Super Conny die 4 Sternmotoren anlässt. Ein schwarzer Rauch hüllt den Vorplatz des Flughafens ein. Ich drehe im Abbauraum meine Kreise und gehe in den Endanflug. Die Landung ist leicht holprig, aber ich lande sicher und glücklich auf der 28grass. Zum Abschluss dieses Fluges, lässt die Super Conny die Motoren dröhnen und hebt ganz langsam ab in Richtung Blau des Himmels über dem Bodensee.

Die Gratulationen meiner Kameraden nehme ich mit Stolz an und freue mich über diesen wunderschönen Tag, nach einem mehr als nur verregnetem Frühling.


Danke allen nochmals, die mir dabei geholfen haben diesen (schlussendlich) 167km Flug zu ermöglichen!

Ach ja: Paul war über seinen Flug so glücklich, dass er die Schläge auf seine Rübe vergessen hat… lassen wir‘s dabei und erinnern ihn nicht mehr daran!!!

2. Juli : Pius Stolz

BFK Samedan 17.-28. Juni

Unten flop – oben top. So kann man in Kürze das zweigeteilte Wetter zwischen Mittelland und dem Hochtal beschreiben. Kein Wunder, rühmt sich doch das Engadin 300 Sonnentage im Jahr zu haben.

An 11 von insgesamt 12 Kurstagen waren die Bedingungen so gut, dass man im Doppelsitzer ab der Winde und unterstützt vom zuverlässig blasenden Malojawind am Muottas Muragl aufsteigen konnte.  Die Gebirgs- und Gletscherlandschaften – besonders eindrücklich das Bernina-Massiv – machen die Segelfliegerei in der Ecke der Schweiz zu einem besonders eindrücklichen Erlebnis. Die meisten der 19 Kursteilnehmer konnten zumindest einmal in die Welle einsteigen und erreichten so Höhen von bis zu 6‘000 Metern. Zürich Delta war uns Segelfliegern sehr wohlwollend gesinnt und hat fast jede Anfrage für Luftraum Charlie positiv beantwortet. Als Dank dafür bekamen die Controller eine feine Bündner Nusstorte zugeschickt. Geholfen hat bestimmt, dass Basil – einer unserer Fluglehrer – bei der Skyguide arbeitet. Vitamin B ist also auch ein wirksamer Stimulus in der Fliegerei!

Den BFK kann ich allen Jungfliegern wärmstens empfehlen. Nicht nur fliegerisch konnte ich in der Gebirgsgegend enorm profitieren, auch die äusserst interessant vorgetragenen Theorieblöcke waren sehr lehrreich. Den Organisatoren, besonders Georg Krenger, gilt ein grosser Dank (Pius Stolz).

17. Juni : Rainer Ender

Auch wenn der Wetterbericht alles andere als Rekordflüge erwarten lässt, sind trotz schlechter Prognosen immer wieder eindrückliche Segelflüge möglich.
So geschehen am 15.6. als nach langer Regenperiode tiefe Bewölkung in den Bergen hing. Trotzdem konnte man immer wieder Gebiete finden in denen gute Steigwerte und akzeptable Höhen erreicht werden konnten, um schliesslich sogar ins Arlberg-Gebiet und in das Montafon vorzudringen. Die dichte und in unterschiedlichsten Höhen anzutreffende Quellbewölkung, ermöglichte ein imposantes Spiel - unter, neben und über den Wolken. Ein unvergesslicher Flug, einmal ohne Jagd nach Streckenkilometern..........

10. Juni : Rolf König

Königlich kaiserlicher Flugtag

Nachdem am Freitag schon ein Pilot aus unserer Gruppe die wunderbare (Thermik)Lage zu einem grösseren (Aus)Flug genutzt hatte ( OLC-Seite ), standen am Samstag Morgen ab 8:00 Uhr schon Segelflugpiloten auf dem Flugplatz und „rüsteten auf“. Ausserordentlich viele hatten an diesem Tag das Bedürfnis in die Luft zu kommen. Auch die Super-Conny gönnte sich einen Aufenthalt auf unserer Homebase.

Nach „kaiserlichen“ Flügen (z.B. zum wilden Kaiser OLC-Seite) durften wir am Abend die Grillkünste von Guido geniessen. Dank seiner Frau Susi und andere fleissige Kochkünstlerinnen konnten wir den Tag auf dem Flugplatz vor dem Hangar sehr gemütlich ausklingen lassen. Allen die zu diesem schönen Zusammensein beigetragen haben einen ganz herzliches Dankeschön! Für uns war wirklich ein wunderbarer Tag!


 

2. Juni 2013 : Pius Stolz

Tag der offenen Flugzeugtüre
Im mehr als knietiefen Wasser vor unserem Hangar schwimmen vergnügt ein paar Enten. Welch verkehrte Welt!
Die letzten Regentropfen fallen noch gegen Mittag, dann endlich kommt sogar zwischendurch mal ein Stück blauer Himmel zum Vorschein. Man hat fast schon vergessen, wie der aussieht. Die Windenflüge mussten aber schon vor Tagen abgesagt werden, da unsere Graspiste ein einziges Morastfeld ist. Trotzdem finden sich einige Interessierte ein, darunter viele Kinder, die dann gleich das Cockpit des Orion und die anwesenden Piloten in Beschlag nehmen. Ein kommerziell erfolgreicher Tag ist es nicht gewesen, aber sicherlich haben wir bei einigen reges Interesse geweckt. Gut möglich, dass wir an dem Anlass wieder Jungpiloten begeisten konnten.

12. Mai 2013 ; Guido Halter

Adria Cup Feldkirchen Teil 2

nach zwei Tagen Wellness, Forellenessen, Biken ist endlich wieder Flugwetter. Die Aufgabe, ein AAT mit 20km Kreisen, führt nach Toblach und Mauterndorf. Der erste Schenkel geht ganz gut, am Wendeort ist es etwas schwierig, aber ich mogle mich gut durch und der Rückweg Richtung Mauterndorf geht ebenfalls sehr flott. Nähe Wende sieht es allerdings nicht mehr so gut aus. Ich bin mit Sven nähe Wendekreis auf ca. 300-400 m Grund mit einem Nullschieber. NAch zähen 80m Höhengewinn wage ich den Kreis anzukratzen und fliege vorsichtig Richtung Spittal. Es beginnt am Hang mit 20cm zu steigen und die Steigwerte beginnen zu wachsen. Auf wieder angenehmer Höhe setze ich im Hangwind mit minus 150m und 70km zum den Endanflug an. Statt Aufwind gab es aber nasse Flügel und ich musste wieder zittern ob ich den Flug beenden konnte. Sven hat schon den Motor gezogen und ist im Endanflug. Nach der kleinen Regenschauer erwische ich einen ruppigen aber guten Schlauch mit 1.5m/s. Ich rettete damit den Flug mit gut 70km/h Schnitt ins Ziel. Mehr als die Hälfte kamen nicht ins Ziel.

Vom Donnerstag versprach sich der Meteorologe viel, allerdings ist die Nordseite besser und die schwierigkeit ist das überqueren des Alpenhauptkammes. Die Aufgabe führt zum Pass Turn nach Niederölarn und näche Spittal zurück nach Feldkirchen. Das sind 405 km. Ich erwischte zusammen mit Werner Danz den Abflug recht gut und wir kamen zügig aber nicht sehr hoch Richtung Alpenhauptkamm. Wir suchten einen günstigen Übergang und kamen eigentlich Problemlos im Hangwind auf die Nordseite. Südlich von St. Johann im Pongau kannte ich mich wieder aus. Die Basis war knapp 3000m und der Flug zum Pass Turn und anch Niederöblarn absolvierten wir fast ohne Kreisen. Der übergang auf die Südseite war dann wieder etwas schwieriger und wir mussten Regenschauern ausweichen. Der dritte Wendeort war aufgrund der tiefen Basis etwas ungünstig gelegen und wir mussten einen Umweg fliegen. Dann aber der Endanflug über 60km. Ich war 1500m höher al am Vortag und der Endanflug konnte mit über 200km/h geflogen werden. Schnitt 107.7km/h; Ein super-Flug !

Im Schlussklassement konnte ich mich nach dem Misslungenen Start auf den 8.ten Rang verbessern.

 

 

6. Mai 2013 ; Guido Halter

Adria Cup Feldkirchen Kärnten Teil 1

Die bisherige Saison war ja auf der Alpennordseite noch nicht sehr gut. Ich habe erst einen Start und die RM im Birrfeld, die ich als Training nutzen wollte viel ja buchstäblich ins Wasser. Ich fliige zum erstenmal in Kärnten und bin daher froh dass ich am Freitag einen Tag vor Wettbewerbsbeginn noch einen Flug machen kann. Die Gegend ist sehr schön und der Fugplatz liegt etwas versteckt am Ostende vom Ossiachersee. Der erste Wettbewerbstag verspricht einen schönen Flug Richtung Westen. Es wurde ein AAT mit 390km ausgeschrieben. Der erste Schenkel gelang recht gut mit 98km/h Schnitt. Der Rückweg lief dann wie geschmiert mit 143km/h Schnitt. Deshalb war ich früher als geplant zurück und flog den letzten Kreis ganz aus. Leider verlor ich dabei etwas zuviel Höhe und war obwohl der Rechner noch +150m anzeigte eher tierf, da noch ein Hügel zwischen mir und dem Flugplatz lag. Das wurde mir nun bewusst und ich flog rechts vom Kurs noch eine Wolke an. Dabei schenkte ich dem Luftraum Klagenfurt zuwenig Beachtung. Im letzten Moment sah ich die Warnung auf dem Rechner, ich riss den Flieger so schnell wie möglcih hoch und rechts weg, aber der Luftraum war touchiert. Ich konnte den Ärger mit meinem  Mountainbike etwas abbauen.

Der 2. Tag versprach viel Spannung. Tiefe Basis, viel Abdeckung und mässiger Wind um die 20km/h. Nach dem Abflug die Frage, welches Tal soll ich nehmen ? Ich flog in das Tal mit der grössten Einstrahlung. Im nachhinein musste ich feststellen dass ich den Wind unterschätzt hatte und die Leeschläuche unter Hangkante mit der ASH-25 schwere Probleme bereiteten. Nach langem üben gelang mir dann noch die Talquerung wo ich tief mit dem suchen begann. Am Funk hörte ich von der ersten Aussenlandung. Nach etwa einer Stunde war ich wieder ca. 400m höher. Dies reichte mir aber nicht aus um weiter ins unbekannt Tal hineinzufliegen. Ortskenntnisse hätten da sehr viel geholfen. Auf alle Fälle war es doch schon halb fünf und ich habe die Aufgabe abgehackt und versuchte Feldkirchen ohne Motorhilfe zu erreichen. Auf dem Rückflug gings wieder auf 300m Grund und zuerst etwas zäh, weiter oben dann etwas besser mit Hangwindunterstützung auf Endanflughöhe.

Für mich ein schlechter Wettbewerbsstart, aber nun heisst die Devise : Es kann nur noch besser werden.

Website

 

 

22.04.2013 ; Rolf König, Barbara Bosshard, Richi Grabher

Dieses Jahr fuhren wir das erst Mal ins Lager San Vittore. Als Ersatz fürs Ambrilager, das leider nicht mehr stattfindet, konnten wir an 5 von 6 Tagen fliegen. Dabei war der Arcus 27 Std. in der Luft und es konnten Flüge nach Sion, Maloja, Maggiatal, und Monte Tamaro unternommen werden. Hier ein paar Bilder und Flüge aus dem OLC:

Flug 1      Flug 2

Übernachten konnten wir privat bei der Familie Baumann mit Bead and Breakfest. Das Essen in den lokalen Grottos mit Tessiner Spezialitäten war für jeden Tag ein krönender Abschluss.

Aufgrund des sich ankündigenden schlechten Wetters fuhren wir einen Tag früher nach Hause. Der San Bernadino war am nächsten Tag wegen Schnee und Lawinengefahr geschlossen…….

Abfahrt in Altenrhein
Unterwegs zur Junioren-Schweizermeisterschaft

20.04.2013 ; Fabian Schefer

Übermut kommt selten gut.

Mit bereits etwas gemischten Gefühlen ging es gestern daran, den Flieger für die Junioren SM und die RM im Birrfeld zu richten. Die Wetterprognosen für das gesamte Wochenende sehen doch sehr düster aus. Trotz allem und frohen Mutes machte ich mich gestern und Matthias heute Morgen früh, mit den Fliegern im Schlepptau, auf Richtung Birrfeld.

Die Prognosen des Wettbewerbsmeteorologen und vor allem die Strassenverhältnisse bei der Anfahrt zum Eröffnungsbriefing liessen diesen frohen Mut allerdings abrupt wieder verfliegen.

Wie erwartet ist heute leider nichts mit Fliegen. Nun heisst es sich alternativ zu beschäftigen und die geringe Hoffnung auf Morgen am Leben erhalten.

02.07.2012 ; Fabian Schefer

 

Schweizermeisterschaft Birrfeld 2012

Besser spät als nie folgt noch der zweite Teil zum SM-Bericht. Leider wurde auch ich zwischenzeitlich vom ernst des Lebens eingeholt und hatte kaum Zeit um den Bericht fertig zu schreiben. Nun viel Spass beim lesen.

19.05.2012 Die Wetterkapriolen gehen weiter
Ungläubig wurden wir gegen 8 Uhr von einer SMS der Wettbewerbsleitung aus dem Schlaf gerissen. Obwohl man noch die Tropfen noch auf das Zelt prasseln hören konnte, hiess es in der kurzen Textnachricht für alle Klassen, die Startaufstellung einnehmen. So kam es, dass sogar Susi noch eine Wettbewerbspremiere erlebte, montieren im Regen. Wie versprochen besserte sich das Wetter dann aber zunehmend, womit die Akrovorführung für die Gäste im Trockenen durchgeführt werden konnte. Leider zog das Wetter dann wieder zu, womit jene Flieger, die nicht in Tücher gehüllt waren, zum zweiten Mal abgetrocknet werden durften. Die Startbereitschaft wurde dann nach und nach verschoben, was dann gegen halb zwei Uhr die Konsequenz hatte, dass die gemischte 18m Klasse und die offene Klasse neutralisiert wurden. Guido und Matthias hatten also erneut einen flugfreien Tag. Für die Standard Klasse hiess es weiter bereit bleiben. Um 15 Uhr wurde eine neue Aufgabe ausgegeben und die neue Startbereitschaft auf 15.30 Uhr festgesetzt. Tatsächlich ging es dann sehr schnell. Um 15.35 Uhr wurde bereits der Erste der Standard Klasse geschleppt. Da ich in der hintersten Startreihe stand, hatte ich allerdings noch einige Minuten Zeit, um dem Treiben am nahegelegenen Klinkpunkt zuzuschauen. Schnell wurde klar, das gibt eine Absaufübung. Kaum waren die Schlepper vom zweiten Umgang zurück, waren auch schon die ersten vier Flugzeuge im Abkreisraum. Aus diesem Grund wurde dann der Schleppbetrieb unterbrochen und später dann der ganze Tag neutralisiert.

20.05.2012 Jetzt aber, oder doch nicht?
Das Aufstehen gestaltete sich deutlich angenehmer als noch am Vortag. Es herrschte bereits munteres Treiben auf dem Flug-/Campingplatz. Guido strotzte bereits beim Frühstück vor Zuversicht: Heute gibt's eine Wertung. Somit wurde wieder montiert und die Flugzeuge an den Start gestellt. Um 10 Uhr war Briefing. Begeistert stellten wir fest, dass uns die erste Aufgabe in bekannte Gefilde führen sollten. Es war eine AAT-Aufgabe in die Region Herisau/Gossau geplant. Etwas ernüchtert erkannten wir dann aber, dass die Konkurrenzleitung wohl von dieser Aufgabe nicht mehr überzeugt war, so setzten sie doch schon einen zweiten Briefingtermin um 12 Uhr zwecks neuer Aufgabe fest. Es wurde dann Tatsache, um 12 Uhr wurde eine neue Aufgabe in die Region des Juras bekanntgegeben. Nichts war es mit "nach Hause fliegen". Zu allemÜberfluss drehte nun auch noch der Wind, womit das gesamte Feld die Pistenrichtung wechseln musste. Dann folgte das schon bekannte Spiel, die Startbereitschaft wurde eins ums andere Mal verschoben. Schlussendlich musste dann der Tag doch für alle Klassen neutralisiert werden.

21.05.2012 Heute wird's ganz sicher nichts.
Bereits am Sonntagabend waren wir uns ziemlich sicher, dass wir das Abendessen etwas ausdehnen können, da die Prognose für den nächsten Tag sehr schlecht aussah. Die Nacht gestaltete sich dann wie erwartet in einem prasselnden Zelt. Schon etwas erstaunt las vernahmen wir per Info SMS, dass die gemischte 18m Klasse montieren dürfe und die anderen beiden Klassen noch zuwarten sollten. Somit konnten Guido und ich das Frühstück ausgiebig geniessen. Dabei konnten wir Matthias respektive der ganzen gemischten 18m Klasse beim doch etwas unmotivierten Treiben zusehen. War das nun die Rache für Matthias grinsen vom ersten Wertungstag. Um zehn Uhr dann wie gewohnt das Briefing, welches doch noch eine Überraschung bereithielt. So wurde die Standardklasse zwar bereits neutralisiert, die offene Klasse durfte aber noch hoffen und sollte sich bereithalten auf Abruf aufzustellen. Für mich war somit klar, ab nach Bern, so konnte ich den Tag optimal an der Uni nutzen. Es war dann doch sehr überraschend als ich in den Vorlesungen immer Mal wieder den Live Ticker kontaktierte, dass die gemischte 18m Klasse bereits in der Luft sei und dass die offene Klasse aufstellen solle. Fazit des Tages: die gemischte 18m Klasse hat tatsächlich eine Wertung zustande gebracht. Dies trotz extrem tiefer Basis und sehr schwierigen Bedingungen. Allerdings war es niemandem vergönnt die Aufgabe zu erfüllen. Für die offene Klasse war dann das Wetterfenster doch zu kurz, womit diese dann nachträglich doch neutralisiert wurde.
Rangliste: Matthias: 15. Tagesrang

22.05.2012 Endlich!
Das Wetter an diesem Dienstagmorgen zeigte sich nun endlich einmal von einer fliegbaren Seite. So hiess es dann auch für alle Klassen aufstellen. Die Standard-Klasse ganz vorne, somit kam ich, wenn nicht alles schief laufen würde, endlich in die Luft. Die Aufgaben sollten uns in die Region Jura und Mittelland führen. Schon früh war klar, welche Frage sich für diesen Flug stellen würde. Soll im Jura oder im Mittelland geflogen werden. Für mich als Jüngling nicht ganz einfach zu beantworten. Um etwa zwölf Uhr ging es dann endlich los und ich kam zu meinem ersten SM Flug. Die Basis war noch extrem tief mit 1000müM. Somit war auch klar, dass mit dem Abflug noch abgewartet werden sollte. So kam es, dass bald alle Klassen in zwei bis drei Aufwinden versammelt waren. Es war ein schönes Gefühl von oben auf die ?HU? mit Guido und Susi herabsehen zu dürfen. Aber auch das sollte sich noch ändern. Spannend war es mit allen Top-Piloten auf derselben Frequenz ihren Überlegungen zum Abflug und der Flugroute zu horchen und doch auch noch sehr viele Tipps zu erhalten. Es ist nicht selbstverständlich, dass uns jungen Piloten so viele taktische Tricks verraten wurden. Der Flug war extrem anstrengend und man musste immer bei der Sache sein. Die tiefe Basis verzieh keinen Fehler. Umso erfreulicher war für mich, dass ich bis auf den dritten Schenkel mit Rene Schneebeli mithalten konnte. Leider war dort dann Ende für mich und ich landete auf einem extrem komfortablen Hornussfeld. Guido konnte die Aufgabe erfüllen. Damit zeigte sich abermals seine sehr grosse Erfahrung. Matthias erging es nicht viel besser als mir. Nach 82.8 Kilometer war er auf den Motor angewiesen. 
Rangliste: 
Guido: 5. Tagesrang 
Matthias: 12. Tagesrang / 12. Gesamtrang
Fabian: 8. Tagesrang

23.05.2012 Neutralisiert!
Bereits am Briefing am Morgen wurden sämtliche Klassen neutralisiert. Somit war ein weiterer gemütlicher Tag auf dem Flugplatz angesagt. Dankeswerter Weise wurde vom OK eine Besichtigung der nahegelegenen Alstom organisiert

24.05.2012 
Der Morgen brach äusserst vielversprechend mit Sonnenschein an. Somit war auch der Entscheid des OK nachvollziehbar, dass alle Klassen montieren sollen und die Flugzeuge ins Grid gestellt würden. Leider nahm der Tag dann seinen SM typischen Lauf. Diesmal entwickelten sich bereits sehr früh über dem nahegelegenen Schwarzwald Cbs welche dann ins Mittelland abgeschwemmt wurden. Somit wurde die Startbereitschaft wieder jeweils in ca. 30 Minuten Schritten nach hinten verschoben. Um 15 Uhr wurde dann die gemischte 18m Klasse neutralisiert, so dass die kleinere Standard-Klasse und die offene Klasse freie Bahn hatten. Als die erste Welle der abgeschwemmten Gewitterwolken durch waren, wurde es dann tatsächlich auch ernst. Die Standard-Klasse wurde geschleppt. Ich stand in der vordersten Reihe und hatte zu Beginn im Warteraum auch noch hervorragende Schläuche. Leider deckte es nun zunehmend ab und es wurde schnell klar, dass ein Erfüllen der Aufgabe unmäglich wurde. Die Startlinie wurde gar nicht erst geöffnet, da die ersten schon früh wieder am Boden waren. Nachdem ich gelandet war und die DG wieder in den "Schlafsack" geschoben hatte, staunte ich nicht schlecht über den hohen Besuch der sich bei Guido eingefunden hatte. Cheffluglehrer Kurt kam vorbei um uns gutes Wetter zu bringen

25.05.2012 So sollte es sein!
Kurt sollte mit seiner Prognose recht behalten, dass das Wetter ab nun gute Flüge erlauben sollte. Das Wetter war extrem vielversprechend und das mutige Tasksetting der Konkurrenzleitung lies auch auf einen spannenden Flug hoffen. Für alle Klassen ging es via Muri über den Arlbergpass nach Landeck und von dort ins Engadin. Wie erwartet gestaltete sich der Einstieg in das hügelige Gelände sehr schwierig. So wurde bereits in Hausen am Albis für fünf der Standardklasse eine Aussenlandung nötig. Mit etwas Glück und tüchtiger Mithilfe von erfahreneren Piloten gelang mir aber der Einstieg. Somit war die erste Hürde geschafft, aber leider hatte ich nun das gesamte Feld verloren und war alleine auf weiter Flur. Oberhalb von Einsiedeln war dann endlich wieder der erste SM Teilnehmer in Sicht. Von dort an ging es dann zügig Richtung Schänis wo ich dann den Ersten der Standardklasse wieder einholen konnte. Etwas ungewöhnlich aber bei diesem Wind nicht anders möglich, ging es nördlich an den Churfirsten vorbei Richtung Rheintal. Nun war ich definitiv im Heimatfluggebiet angelangt. Diese Etappe des Fluges lief eigentlich sehr gut, wobei die Basis eher tief war. Es wurde das letzte Mal vor der Rheintalquerung an die Basis hochgekurbelt und dann so vorsichtig wie möglich abgeflogen. Auf der anderen Seite des Rheintals traf ich dann auf unseren Arcus "21" und die anderen verbliebenen Drei der Standardklasse. Somit flogen wir nun gemeinsam Richtung Arlberg. Dies gestaltete sich nun wieder alles andere als einfach. In der Region Rote Wand wurde dann nochmals zäh etwas Höhe gemacht und die Talseite gewechselt. Ein Blick auf die Uhr verriet auch warum. 17 Uhr und wir waren noch nicht einmal über dem Arlberg. Auf der Südseite fanden wir dann endlich den Aufwind, der uns über den Arlbergpass bringen sollte. Um etwa 17.10 flogen wir ostwärts über den Arlberg. Mein Gedanke war nur: "Wir spinnen." Dann ging es auf schnellstem Weg nach Landeck zur ersten Wende. Das Engadin gestaltete sich dann wieder anspruchsvoll. Dies könnte an der fortgeschrittenen Uhrzeit gelegen haben. Somit wurde das Wasser abgelassen um die verbleibenden Schläuche noch optimal zu nutzen und weiter Richtung Schuls, die zweite Wende, zu fliegen. Genau über dem Wendepunkt fanden wir einen etwa 1.5m/s starken Aufwind. Die Erleichterung war riesig, denn mir war bewusst, dass wenn es gelingt, genügend Hähe zu machen, wärde das Engadin hinter mir liegen. Ausserdem ermahnte das unter uns in einem Acker stehende Segelflugzeug zum vorsichtigen Umgang mit der Hähe. Leider hatte ich schon seit dem Einstieg ins Engadin Mühe mit der Batteriespannung. Als dann definitiv war, dass das Engadin hinter mir liegt, entschloss ich mich dazu, den Endanflugrechner und den Funk auszuschalten, um immerhin noch den Logger am Laufen zu halten. So war ein erfüllen der Aufgabe leider nicht mehr möglich. Trotzdem fand ich noch etwas Thermik und schaffte es bis auf den Flugplatz Hausen am Albis. Dort landete ich um ca. 20 Uhr und es war schon ein sensationelles Gefühl nach so einem Flug keine extreme Rückholübung starten zu müssen. Nun erwartete mich noch ein ruhiger Rückschlepp und eine überglückliche Landung im Birrfeld. 

Guido hatte auch zu kämpfen, aber sein Können zahlte sich aus und er konnte das Fundament zu seinem späteren Vize-Schweizermeistertitel legen. 
Für Matthias und Ueli war der zweitletzte Wendepunkt am Flüelapass eine zu grosse Hürde. Sie sahen sich gezwungen im Engadin den Motor zu Hilfe zu nehmen und so die Wertung dort zu beenden. 

Rangliste: 
Guido: 4. Tagesrang / 3. Gesamtrang
Matthias: 10. Tagesrang / 10. Gesamtrang
Fabian: 4. Tagesrang / 4. Gesamtrang

26.05.2012 Letzter Wertungstag
Nochmals erwartete uns ein strahlend schöner Segelflugtag. Nach den zum Teil sehr langen Rückholaktionen vom Vortag schrieb die Wettbewerbsleitung aber im etwas kleineren Rahmen aus. Die offene Klasse und die gemischte 18m Klasse sollten nach einem Schenkel im Jura das Mittelland queren und via Voralpen und Vierwaldstädtersee zurück ins Birrfeld fliegen. Der Standard-Klasse sollte die Mittellandquerung erspart bleiben, womit die Aufgabe lediglich im Jura stattfand. Die Bedingungen waren sehr gut, wenn auch etwas ungewohnt mit der Bise im Jura. Guido und Matthias konnten die Aufgabe ohne grössere Probleme erfüllen und somit den Wettbewerb erfolgreich abschliessen. Bei mir sah das leider etwas anders aus. Der Einstieg in die Aufgabe missglückte total womit ich mich querab von Olten schon sehr tief über der ersten Jurakrete wiederfand. Leider war kein Aufwind mehr zu finden, weshalb ich die Aufgabe nach nur wenigen Kilometern in Olten beenden musste. Dadurch war eine bessere Platzierung nicht möglich. Dennoch es war ein sensationeller Wettbewerb und meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen. Es zeigte sich wieder einmal, dass Guido mit der Aussage: "an Wettbewerben lernst du am meisten" absolut zutrifft. 

Rangliste: 
Guido: 3. Tagesrang / 2. Gesamtrang und Vizeschweizermeister
Matthias: 5. Tagesrang /10. Gesamtrang
Fabian: 10. Tagesrang /9. Gesamtrang