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17.06.2010

Live-Berichte von der SM Yverdon

Samstag und Sonntag  Montag  Dienstag

Samstag und Sonntag
Am Samstag wurden sämtliche Klassen neutralisiert. Das schlechte Wetter liess zwar bis am Nachmittag noch für die 18m- und die offene Klasse auf eine Wertung hoffen, schliesslich startete an diesem Tag aber niemand. Stattdessen fuhren wir nach Lausanne, um auf dem Flugplatz Mittag zu essen und anschliessend das Wasserflug-Treffen auf dem Genfersee zu besuchen, doch auch dort war nicht viel los.
Am Sonntag war die Hoffnung grösser, da wir immerhin vom Sonnenschein geweckt wurden. Doch eine ausgeprägte Bise von über 30 km/h Stärke drückte die Stimmung. Am Mittag wurden bis auf die 15m-Klasse alle Klassen neutralisiert. Nachmittags machten sich dann die 15-Metrigen bereit zum Start. Doch der Optimismus reichte nicht, schliesslich wurden alle neutralisiert und bis auf zwei Piloten blieben alle am Boden. Schade, doch ich erwarte, dass wir morgen eine erste Wertung bekommen werden.

Grüsse aus Yverdon, Tobi

Montag
Heute nun also endlich fliegbares Wetter. Alle Klassen montieren am Morgen und werden ab 11.15 Uhr hochgeschleppt. Die Sonne scheint zwar nur an einzelnen Stellen und der Wind blässt nach wie vor mit gut 25km/h aus Nordosten. Trotzdem kann man sich mit viel Mühe entlang der Jurakrete auf knapp 1400 m halten. Die Wetteroptik verspricht keine Besserung in der nächsten Zeit, deshalb fliege ich zusammen mit Andi Leutenegger (LF) ab und nutze jedes Ruckeln.
Auf Kurs macht der Jura eine kleine Krümmung, die von der Windrichtung her eigentlich nur Lee-Abwinde bringen wird. Deshalb holen wir etwas aus und halten Abstand zum Hang. Unsere Höhe von 1400 m schrumpft gegen den Wind schnell auf 1100 m, bald 900 m, bis wir die Luvseite dieses Hügelzugs erreichen. Doch in dieser Höhe kann man schon nicht mehr von einem Hang sprechen, der Wind gibt ab in dieser Höhe und wir haben eine geringe Hangneigung.
Es lag nahe, dass der Flug bald zu Ende sein wird - und genauso kam es dann auch. 20 km hinter der Startlinie landen Andi und ich bereits.
Wir verlieren 0:1 gegen den Acker, aber es sind noch 5 Tage zu spielen. Wir sind zuversichtlich!

Dienstag
Der heutige Dienstag brachte endlich das erwartete, gute Wetter. Zwar plagte uns immer noch der starke Nordost-Wind, aber die Basishöhe von gut 2000 m war deutlich komfortabler. Der erste Schenkel führte gegen den Wind nach Osten. Zusammen mit den Knonauern und den Junioren bildeten wir ein Team, welches ich aber bald nach dem Abflug verlor, weil die DG 300 leistungsmässig einfach nicht mithalten kann. Ich bastelte also alleine weiter, kam beim Chasseral sehr tief an und konnte mich schliesslich bis nach Grenchen in den ersten Wendekreis schmuggeln.
Auf gut 1100 m kam dann endlich das ersehnte Steigen. Doch es ging nicht lange, bis ich wieder am Chasseral vorbei kam und erneut keine Höhe gewinnen konnte. Erneut bastelte ich mich in 1100 m nach oben und liess mich mit dem Wind den zweiten Schenkel hinunterblasen. Im zweiten Wendegebiet angekommen war ich wieder am Klinkpunkt, allerdings erneut in unschönen Höhen, ohne Aussicht, über die erste Jurakrete nach Yverdon zurückzukommen. Als ich dann einigermassen aussichtslos gegen die erste Jurakrete flog, bot sich mir der beste Schlauch des Tages. Innert wenigen Minuten war ich mit 3.6 m/s wieder im Rennen.
Jetzt galt es nur noch, das dritte Wendegebiet im Mittelland zu holen. Das Jammern am Funk veranlasste mich, die maximale Höhe an der Jurakette zu machen, um dann ins Blaue loszugleiten. Es standen zwar schöne Wolken, doch mit 37 km/h Wind fiel es mir schwer, die Thermik aufzuspüren. Irgendwie gelang es mir schliesslich aber doch noch, da und dort etwas Steigen mitzunehmen und schlussendlich mit +100 auf dem Endanflugrechner die verbleibenden Kilometer abzugleiten.
Ich konnte die Aufgabe nach viel Gebastel, Kämpfen und Geduld doch noch glücklich erfüllen.