27.05.2010
22. Mai
Am Freitag mittag ging es los. Abfahrt in Altenrhein, der erste Stau liess nicht lange auf sich warten. In Konstanz stockte der Verkehr über mehr als 15 km. Dann auf der Autobahn Richtung Singen bis zum nächsten Stau an einer Baustelle, weiter bis Raum Stuttgart, natürlich wieder mit Stau. Endlich kommen wir in Hockenheim an. 63km/h Schnitt. Aber etwas war ungewöhnlich. Der Himmel war ersichtlich. Richtige blaue Löcher waren zu sehen. Nach dem 2. Wochenende Birrfeld und der RM Schaffhausen war dies schon sehr ermutigend. Weil die Anfahrt länger als geplant dauerte, wurde der Grill noch nicht aktiviert. Die Schweizertruppe liess sich beim Griechen verwöhnen. Auf dem Nachhauseweg war der Himmel Sternenklar und wir konnten den morgen kaum erwarten. Dann tatsächlich blauer Himmel. Die Flugzeuge wurden montiert und um 9 Uhr 30 fand das Eröffnungsbriefing statt. Eine Aufgabe wurde noch nicht bekanntgegeben aber wir waren sicher, heute gehts in die Luft. Die Flugzeuge wurden auf die Piste eingereiht und um 12 Uhr erfuhren wir am 2. Briefing unsere Aufgabe. Die Aufgaben waren für alle Klassen gut 300 km. Die Rennklasse bekam ein Vieleck mit 4 Wendepunkten über 332km. Die Startlinie ging um 14 Uhr 40 auf. Ich flog mit meinem MiniNimbus um 14 Uhr 55 mit Andy Allenspach LS8 und Jürg Haas ASW27 über die Startlinie. Andy legte ein zügiges Tempo vor und ich hatte alle Mühe mitzuhalten. Dann nach dem ersten Wendepunkt nach 65 km verlor ich die beiden aus den Augen. Auch alle anderen Flugzeuge waren wie verschwunden. Zuerst dachte ich ich sei in die falsche Richtung geflogen, aber der Rechner sagte mir dass alles stimmt. Na ja, einfach zur nächsten Wende, die Wolken sahen gut aus und auf einmal tauchte Jürg Haas wieder auf. Ich erfuhr dass Andy sich etwas zu nahe an den Boden gewagt hatte aber kräftig am Aufholen ist. Nach weiteren 20 km war Jürg mit seiner ASW27 wieder aus meinem Blickfeld verschwunden. Ganz erstaunt stellte ich fest, dass ich Musbach, unsere 3. Wende als erster von uns Dreien umrundete. Dann bekam ich auf einmal etwas Mühe, fand die Aufwinde nicht richtig und verlor doch einiges an Höhe. Plötzlich waren wir mit mehreren anderen Konkurrenten im Pulk in Richtung Sinsheim, unserem letzten Wendeort. Je näher Sinsheim kam umso schlechter wurden die Aufwinde. Andy und Jürg flogen mir wieder davon und ich verabschidete mich vom Wasser. Dann 5km vor Sinsheim. der Rechner zeigt -560m nach Hockenheim, endlich ein bisschen Steigen. Mit 500m Grund und 0.3m/s Steigen gespannte Blicke auf den Höhenmesser. Tatsächlich, langsam steigt die Höhe. Nach den ersten 100m waren auf einmal 6-7 Flugzeuge am Kreisen. Einer auf etwa gleicher Höhe, die anderen unter mir. Allmählich stiegen auch die Steigwerte auf fast einen Meter. Bald habe ich es geschafft. Während Andy und Jürg schon im Endanflug sind mache ich noch soviel Höhe bis der Rechner +100m anzeigt. Dann wage auch ich es. Mit 200m über Grund kome ich in Hockenheim an und kann noch einen Überflug machen. Leider fiel der Schnitt von über 100 schlussendlich auf 84km/h, aber ich bin glücklich die Aufgabe erfüllt zu haben. Und vor allem nach dem regnerischen Mai wieder einmal einen tollen Flug erlebt zu haben.
Der Grill wurde aktiviert und bei einem feinen Schweinsfilet wird gespannt auf die Rangliste gewartet. Morgen und übermorgen sieht das Wetter auch nach Fliegen aus und ich hoffe die Aufgaben erfüllen zu können. Übrigens, am Abschlussabend dem 29. Mai gibts Spanferkel. Wir freuen uns nebts den Flügen natürlich heute schon auf des Festmahl.
26. Mai
Am dritten Tag, wir haben uns schon ans gute Wetter gewöhnt, fassten wir am Briefing unsere Aufgabe. Die 15 m Klasse fliegt rund um Stuttgart, was 402km entspricht. Ich erwischte den Start gut und konnte mich an einem Pulk von gegen 10 Flugzeugen anschliessen. Der Pulk legte ein zügiges Tempo vor. Es ging schnell Richtung Ellwangen. Wir kamen immer tiefer und tiefer. Ich begann mich schon nach geeigneten Wiesen umzusehen als ich den Pulk vor mir sah wie er zu kreisen begann. Bis dorthin müsste ich es auch schaffen. Ich kam natürlich als unterster an, aber es ging gleich mit 2.5m hoch. Als ich zu den untersten im Pulk aufschloss und immer mehr Flugzeuge auf fast derselben Höhe kreisten verringerte sich das steigen kontinuierlich. Ich flog wieder mit dem Pulk los. Beim nächsten Bart waren zwei wohl etwas zu tief und ich sah sie kämpfen. Als ich ankam flog der Pulk schon wieder weiter und ich war etwa 100m höher als die zwei anderen. Ich kam recht gut weg und flog nun alleine weiter Richgtung Ellwangen. Am Wendort angekommen sah ich zwar einige Flugzeuge, wusste aber nicht ob diese von Hockenheim kamen oder ob es andere sind. Auf alle Fälle stiege ich bis an die Basis und flog Richtung Zwiefalten weiter. Vor der Albkannte staunte ich nicht schlecht als der Pulk etwa 200m über mir mich überholte. Also ich wieder hinterher. Es gab wieder ein grösseres blaues Loch und ich musste mich sputen um den Pulk nicht aus den Augen zu verlieren. Aber schon nach einem Bart war ich wieder geschlagen und ich war wieder alleine unterwegs. Ab und zu gesellte sich ein Kollege von Hockenheim zu mir der dann wieder davonbrauste. Dann 10km vor Zwiefalten stand eine schöne grosse Wolke. Dort angekommen sah ich den Basis wie er gerade abflog. Das war der bisher beste Bart des Tages. Ich konnte auf 2300m steigen und nahm wieder die Verfolgung des Pulkes auf. Aber die Alb Richtung Klippeneck zog sehr gut und der Pulk war wie ich von Andy erfuhr schon 35 km vor mir. Ich schaute auf die Uhr und mir wurde langsam bewusst dass ich es kaum vor halb acht nach Hause schaffen werde. Das ist schon ziemlich spät und an den Vortagen endete die Thermik schon um halb sieben. Also flog ich so schnell ich konnte Richtung Wendeort. Am Plettenberg sah ich das grosse blaue Loch Richtung Wendeort und Hockenheim. Ich nahm noch alles an Höhe mit und gleitete langsam ins Tal hinaus. Am Funk hörte ich Andy und Jürg dass sie tief nähe Winzeln sind und jedes steigen mitnahmen. Auch ich fand bis kurz vor Winzeln nichts. Dann stieg ich von 1000m mit 0.5m wieder auf 1400m und war nun im Gleitwinkel von Winzeln. Der Uhr schaute und die noch verbleibende Distanz von 120km sah flog ich Richtung Winzeln. Ich habe entschieden dass ich falls ich bis zum Flugplatz nichts mehr finde dort lande. Das Gelände zum Flugplatz war zwar ansteigend und ich hätte Richtung Wendeort mehr Chancen auf einen Aufwind gehabt, aber ich dachte dass es für eine Heimkehr eh zu spät war. 15 Minuten nach der Landung war ich schon wieder im Schlepp und sah im Schwarzwald noch Wolken die recht gut aussahen. Ich klinkte auf gut 2000m in 85km Distanz zu Hockenheim und dachte ab zu den Wolken dort an die Basis und heimgleiten. Als ich die dritte Wolke anflog die sich kurz vor meinem erreichen auflöste verstand ich es nicht mehr. Ich konnte nur mal 100m Höhe machen und flog mit -400m auf Hockenheim los. Ich hatte Wind von vorne links mit 43km/h. Es kam wie es kommen musste, ich landete trotz Rückschlepp 15km vor Hockenheim in einem Acker. Die erste Aussenlandung der Saison und dann noch nach einem Schlepp. Ich hatte nach einem Flugtag schon bessere Gefühle, aber auch das gehört halt dazu.
Am 4. Tag sah der Himmel ziemlich flau aus. Wir erhielten zwar alle eine AAT Aufgabe aber die Clubklasse startete zunächst mal mit 6 Flugzeuge um zu sehen ob sie sich oben halten konnten. Es war zäh, sie tummelten sich nähe Flugplatz zwischen 700 und 100m. Einer kam landen. Dann, nach einer Stunde entschied die Konkurrenzleitung die ganze Klassen starten zu lassen. Alle versammelten sich nahe dem Abflugpunkt und weil alle obenblieben kam auch die Standardkabflugpunkt der 15m lasse zum Zug. Die beiden Startlinien wurden geöffnet und die 18m Klasse war gerade am starten als sich über dem Abflugpunkt der 15m Klasse Regen abzeichnete. Erste Tropfen vielen auch auf dem Flugplatz als die 15m Klasse dann neutralisiert wurde. Die 18 Meter Klasse wurde ebenfalls neutralisiert viele kamen landen. Ob es wohl für eine Wertung recht ? Am Boden hielten wir es für unwahrscheinlich aber es kam anders. Der Sieger der Standardklasse kam über 200km, in der Clubklasse 117km. Es reichte ganz knapp für eine Wertung die aber Punktemässig praktisch nichte einbrachte.
Der heutige Tag ist regnerisch und für morgen siehtr es auch nicht besser aus. Wir hoffen auf Freitag oder Samstag. Heute Abend feiern wir auf alle Fälle das Bergfest in der Briefiunghalle.
30. Mai
Da der Regen noch immer Überhand hatte, organisierten wir uns einen Wettkampf auf der Mannheimer Inndoor Go-Kartbahn. Diese Rennen wurde von den Schweizern dominiert. Am nächsten Tag wurden zunächst hoffnungsvoll die 18 und die 15 Meter-Klasse montiert. Es sollte ein fliegbares Wetterfenster entstehen. Nach dem ersten Briefing kam es noch besser; alle Klassen montierten und stellten sich an den Start. Allerdings kam es leicht anders. Zuerst durften die Standard und die Clubklasse Ihre Flieger wieder einräumen, für die anderen hoffte man immer noch auf ein genügend grosses Fenster nach dem Wolkenbruch. Allerdings warteten wir vergebens und wir holten unser Leder. Als Trost: Die, die ihre Flieger verzurrten, konnten dies auf dem Startplatz auf der Piste tun. Am Abend trafen sich die ganze Schweizertruppe zu einer Pizza oder anderen italienischen Spezialitäten. Am Samstag, unserem letzten Tag, montierten wir die Flugzeuge schon eine Stunde früher. Erwartungsvoll erwarteten wir am Briefing um 9 Uhr 30 die Aufgabe. Es gab gleich zwei, für die 15m-Klasse eine A- Aufgabe von 354km und eine B-Aufgabe von 277km. Die Thermik verzögerte sich etwas, sodass unser Früheinsatz vom Morgen nicht belohnt wurde. Die 15m Klasse startet hinter der 18m Klasse mit der B-Aufgabe. Ich komme nach dem klinken gut weg und nehme mir vor, mit Andy und Jürg mitzufliegen. Kurz vor der Startlinienöffnungen erhielt ich ihre Position und ging mit 200m über der Abflughöhe auf die Suche um mit Ihnen abfligen zu können. Auf einmal war ich aber ieder auf 800m mit nur mässigem Steigen. Als ich auf 900m war, hörte ich am Funk, wie Andy und Jürg abflogen. Ich wurde etwas nervös, da ich noch nicht die nötige Höhe für den Abflug hatte und machte mich dann 10 Minuten später auf den Weg. Schon nach 15km merkte ich, dass die von mir gewählte Route nicht optimal ist. Ich dachte, ich könnte problemlos über den Luftraum von Mannheim gleiten und die schöne Wolke am anderen Ende der CTR anfliegen. Leider wurde daraus nichts und ich musste mich 90° zum Kurs vor der Luftraumverletzung retten. Nun ist der Tag gelaufen, dachte ich auf knapp 400 m Grund mit knapp einem halben Meter steigen. Glücklicherweise steigerte sich dieses bis auf gut 1.5m. An der Basis angelangt nahm ich die Verfolgung auf und hörte, dass Andy schon bei der ersten Wende ist. Ich war noch 30km zurück und vor mir Richtung Wende sah ich nur Wolken und keine Sonnne mehr. Ich hörte, dass Jürg auch tief war und dringend Aufwind benötigte. ALso flog ich etwas behutsam Richtung Wende und sah ca. 15 km davor 3 Flugzeuge kreisen. Ich flog auf sie zu und etwa 1km vor Ihnen begann meine Vario steigen anzuzeigen. Ich zögerte zuerst, drehte dann aber doch ein, da ich 2m steigen hatte. Ich stieg besser als die anderen drei, diese bekamen das schnell mit und nicht ohne Stolz stellte ich fest, dass sie Kurs zu mir nahen. Es waren drei 18m Flugzeuge, mit denen ich dann bis zur Basis auf 1400m stieg. An der Wende hatte ich dann bei sehr schlechter Fernsicht noch 1100m und entschied mich, auf Kurs den nächsten Wendeort anzufliegen. Weiter unten wurde die Sicht etwas besser und ich dachte, ob es vielleicht nicht doch besser gewesen wäre 45° vom Kurs weg zu fliegen, da dort die Sonne doch deutlich näher gewesen wäre. Aber mit meinen 800m kam es aus meiner jetzigen Position heraus wohl nicht mehr gut. Ich sah die Sonnenflecken näherkommen und musste wieder, um nicht mit einem Luftraum in Konflikt zu geraten, etwas nach links abdrehen. Am Funk bemerkte ich, dass ich auf gleicher Distanz zum Wendeort war wie Andy unf Jürg. Allerdings sah ich keinen von ihnen und vorallem keine Sonne in meinem Gleitwinkelbereich. Ca. 15 km vor Heppenheim realisierte ich, dass ich diesen mit 50m plus noch erreichen würde, müsste aber noch 10km Wald überfliegen. Das war mir dann doch zu knapp und ich hielt Ausschau nach geeigneten Landeflächen. Da es doch viel geregnet hatte und ich die Flugzeuge, die an der RM Schaffhausen im Acker gelandet waren, noch in Erinnerung hatte, wollte ich auf keinen Fall in einen aufgeweichten Acker. Aber gemähte Wiesen sah ich keine. Plötzlich erkannte ich, dass ein kleines Motorflugzeug unter mir durch flog und da sah ich ein kleines hellgrünes Feld. Dieses erreicht ich in 250m Grund und ich suchte noch ein letztes Mal etwas Aufwind. Ausser einem leichten Schütteln fand ich aber nichts und so nahm ich Kurs auf die hellgrüne Fläche. Es stellte sich nach der Landung heraus, dass dies ein UL-Flugplatz war, der nicht in meiner Datenbank registriert war. Die Piloten, die anwesend waren, begrüssten mich als ersten Schweizer Segelflieger, der auf Ihrem Platz gelandet war und sagten: nun sei dieser international. Allerdings hatten auch Sie Probleme mit dem Nachbarn - einem Bauern, der gar keinen Spass verstand und sich mit seinem Traktor meiner Rückholerin in den Weg stellte und sie nicht auf den Flugplatz fahren lassen wollte. Glücklicher weise klärte mich der eben gelandete Flugplatzhalter auf und begrüsste den sichtlich aufgebrachten Bauern mit auch nicht sehr freundlichen Worten. Als wir den Hänger vom Auto losmachten und ihn von Hand die letzten 100m zum Flugzeug schoben, wurde es ihm dann doch zu dumm und er fuhr davon. Was wäre wohl passiert wenn ich auf seinem Acker gelandet wäre ?? Als wir dann etwa 2 Stunden nach meiner Landung am Flugplatz Hockenheim ankamen, waren die ersten schon gelandet. Ich stellte mich auf den letzten Tagesrang mit etwas Spott ein. Immerhin konnte ich nun meine Zelt in aller Ruhe abbrechen und war rechtzeitig zum Spanferkel am Platz. Andy und Jürg waren noch unterwegs. Währenddem ich mein Zelt abbrach, landeten Reto, Roger, Andy und Edi in Hockenheim. Jürg hatte es nicht ganz geschafft und landete etwa 40km vor dem Ziel. Auf der provisorischen Rangliste sah ich dann, dass ich mit meinen 65km doch noch mehrere Konkurrenten geschlagen hatte. Nun warteten wir auf das Abschlussfest, an dem fast alle Schweizer teilnahmen. Die Frisch-verliebten zog es trotz Spanferkel noch vor dem Fest nach Hause. Um ca 21 Uhr trafen dann auch Jürg mit seiner Rückholmannschaft (Reto und Peter Frei) ein und konnten sich noch vor dem Abschlussfest ein Stück vom Spanferkel ergattern. Trotz Aussenlandung konnte Jürg in der Gesamtrangliste noch einen Platz gut machen. Das habe ich noch nie geschafft. Andy wurde dritter und Jürg vierter. Ebenfalls sehr gut klassierten sich Reto und Roger die mit wenig Punkteverlust auf den Sieger viele Punkte für die Nati sammeln konnte. Für mich war es ein sehr lehrreicher Wettbewerb und ich profitierte trotz der hinterern Klassierung viel vom 32. Hockenheimwettbewerb.